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Rumänien fürchtet Imageschaden durch Fleischskandal

Im Lebensmittelskandal um als Rindfleisch deklariertes Pferdefleisch in Tiefkühlgerichten fürchtet Rumäniens Präsident Traian Basescu einen weitreichenden Imageschaden für sein Land.

Im Lebensmittelskandal um als Rindfleisch deklariertes Pferdefleisch in Tiefkühlgerichten fürchtet Rumäniens Präsident Traian Basescu einen weitreichenden Imageschaden für sein Land. "Ich würde gern glauben und hoffen", dass kein rumänischer Fleischlieferant für die Falschetikettierung verantwortlich sei, sagte Basescu. Dies würde Rumänien ansonsten "für Jahre in Misskredit bringen", betonte er.

Der Tiefkühlkonzern Findus hatte vergangene Woche mehrere Tiefkühlgerichte in Großbritannien, Frankreich und Schweden vom Markt genommen. In Großbritannien hatten Tests zuvor ergeben, dass tiefgefrorene Lasagne Pferdefleisch und nicht wie auf der Verpackung angegeben Rindfleisch enthielt. Der französische Produzent Comigel hatte das Fleisch von einem Betrieb aus Frankreich erhalten, der dieses nach eigenen Angaben aus Rumänien bezog.

Der Chef des rumänischen Lebensmittelverbands, Dragos Frumoso, sagte der Nachrichtenagentur AFP, es sei angesichts von Kontrollen schwer vorstellbar, dass ein rumänisches Schlachthaus Pferdefleisch falsch als Rindfleisch deklariert habe. Es sei zudem Aufgabe des französischen Importeurs, die Qualität des Fleischs zu überprüfen. Wenn dieser dann keine Einwände vorbringe, sei er entweder ein "Komplize" oder habe selbst das Fleisch umetikettiert.

Nach Angaben der rumänischen Lebensmittelindustrie verarbeiten drei große Schlachthöfe in Rumänien Pferdefleisch und liefern einen Großteil davon ins Ausland - unter anderem nach Frankreich und Italien. Die französische Regierung berief angesichts des Lebensmittelskandals für den Abend ein Krisentreffen ein. Sowohl Findus als auch der französische Importeur des rumänischen Fleischs kündigten rechtliche Schritte an. Auch Comigel behielt sich vor, zu klagen.

AFP / AFP