"Meine Freunde, wir sind mitten im ersten Wintersturm seit 2016", sagte der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani in einer im Internet verbreiteten Videobotschaft. Er rief Freiwillige zum bezahlten Schneeschaufeln auf, um Kreuzungen, Bushaltestellen oder Feuerhydranten freizulegen.
Mamdani hatte vorsorglich schon am Sonntag weitreichende Fahrverbote verhängt, die im Laufe des Montags wieder aufgehoben wurden. Trotzdem waren nur wenige Busse und Krankenwagen unterwegs. Schulen und zahlreiche Geschäfte blieben geschlossen, auch das UNO-Hauptquartier blieb verwaist.
Im New Yorker Central Park versammelten sich Familien mit Kindern zum Spielen im Schnee. "Wir hatten schon vor rund einem Monat Schnee", sagte der 41-jährige Eddie, der mit seiner dreijährigen Tochter Chloe gekommen war. "Aber es ist wahrscheinlich der meiste seit mindestens einem Jahrzehnt. Alle lieben es."
Der Nationale Wetterdienst (NWS) hatte vor "extrem gefährlichen" Straßenverhältnissen gewarnt. "Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie im Warmen", riet der New Yorker Rettungsdienst.
In New York leben mehr als acht Millionen Menschen. Insgesamt waren an der Nordostküste der USA mehr als 40 Millionen Menschen von dem Schneesturm betroffen. Neun Bundesstaaten riefen den Notstand aus. Neben New York waren dies Connecticut, Delaware, Massachusetts, New Jersey, Pennsylvania und Rhode Island.
Laut der Webseite Poweroutage waren in der Region fast 660.000 Haushalte ohne Strom, allein gut 260.000 im Bundesstaat Massachusetts und rund 130.000 in New Jersey. Tausende Flüge fielen aus. Neben New York waren auch Großstädte wie Boston und Philadelphia von starken Schneefällen betroffen.
Die Bostoner Bürgermeisterin Michelle Wu sprach von einem Sturm "historischen Ausmaßes" und ließ alle öffentlichen Schulen und städtischen Gebäude schließen. "Wir bitten alle, im Voraus zu planen, sicher und warm zu bleiben und die Straßen zu meiden", sagte Wu.
Großstädte wie New York, Philadelphia und Boston riefen Obdachlose auf, in öffentlichen Schutzräumen Zuflucht zu suchen. Bereits Ende Januar war ein heftiger Wintersturm mit eisigen Temperaturen über weite Teile der USA hinweggefegt. Mehr als hundert Menschen kamen infolge des Unwetters ums Leben.