Der Amtssitz des US-Präsidenten war nach den Schüssen am Samstagabend weiträumig abgeriegelt worden. Trump hielt sich zwar im Weißen Haus auf, war aber von dem Vorfall nach Angaben des Secret Service "nicht betroffen".
Der Kommunikationschef des Secret Service, Anthony Guglielmi, teilte später mit, der Angreifer habe am Samstag um kurz nach 18.00 Uhr (Ortszeit, 24.00 Uhr MESZ) eine Schusswaffe aus einer Tasche gezogen und auf die Beamten geschossen, die an einem Kontrollposten stationiert waren. Diese hätten das Feuer erwidert und den Angreifer getroffen, der wenig später im Krankenhaus für tot erklärt wurde. Demnach wurden zwar keine Sicherheitskräfte verletzt, ein Passant wurde aber getroffen. Zu dessen Gesumdheitszustand äußerte sich der Secrete Service nicht.
In seinem Onlinedienst Truth Social dankte der US-Präsident in der Nacht zu Sonntag dem "großartigen Secret Service" für das "schnelle und professionelle Vorgehen". Der Schütze habe eine "gewalttätige Vergangenheit" gehabt und sei vom Weißen Haus "besessen" gewesen, erklärte Trump.
Mehrere US-Medien berichteten, bei dem Angreifer habe es sich um den 21-jährigen Nasire B. aus dem Bundesstaat Maryland gehandelt. Er sei in der Vergangenheit durch psychische Probleme aufgefallen und sei wiederholt mit Beamten des Secret Service aneinandergeraten.
Journalisten, die sich zum Zeitpunkt des Vorfalls auf dem Nordrasen des Weißen Hauses aufhielten, berichteten im Onlinedienst X, sie seien angewiesen worden, loszulaufen und im Pressekonferenzsaal des Weißen Hauses Schutz zu suchen. Die ABC-News-Korrespondentin Selina Wang, die zum Zeitpunkt des Vorfalls ein Video für Onlinenetzwerke aufnahm, schrieb auf X: "Es klang wie Dutzende Schüsse."
Der Fox-News-Moderator Bret Baier sagte unter Berufung auf einen hochrangigen Regierungsmitarbeiter, der Schütze habe sich der Westseite des Weißen Hauses genähert und drei Mal geschossen. Dem Angreifer sei es nicht gelungen, in den Sicherheitsbereich rund um das Weiße Haus einzudringen.
"Dank sei Gott, Präsident Trump ist in Sicherheit", erklärten die Republikaner im US-Repräsentantenhaus auf X nach den Schüssen. "Endlose Dankbarkeit gegenüber dem Secret Service für seine sofortige heldenhafte Reaktion. Die politische Gewalt muss aufhören", hieß es in der Erklärung weiter.
Erst am 25. April hatte sich in Washington ein Schusswaffenvorfall am Rande des traditionellen Korrespondenten-Dinners ereignet, an dem Trump und seine Frau Melania teilnahmen. Ein bewaffneter Mann versuchte, eine Sicherheitskontrolle zu dem Veranstaltungssaal zu überwinden, kam dem US-Präsidenten oder anderen Gästen aber nicht nahe. Bei der Festnahme des Angreifers fielen mehrere Schüsse. Der Mann muss sich nun wegen versuchten Mordes am US-Präsidenten verantworten.
Trump war in den vergangenen zwei Jahren zwei Attentatsversuchen entgangen: Im Juli 2024 schoss ein Mann während einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat Pennsylvania auf ihn, die Kugel streifte den damaligen Präsidentschaftskandidaten am Ohr. Im September 2024 wollte ein Mann Trump in Florida beim Golfspielen erschießen. Der 59-Jährige wurde gefasst und Anfang Februar zu lebenslanger Haft verurteilt.