Der Wertschöpfungsverlust pro Erwerbstätigem liege bei mehr als 20.000 Euro, heißt es in der Studie des IW-Konjunkturexperten Michael Grömling. "Die laufende Dekade ist bislang von außergewöhnlichen Schocks und gewaltigen ökonomischen Anpassungslasten geprägt, die mittlerweile das Belastungsniveau früherer Krisen deutlich übertreffen", schreibt das IW. Die Folge für Deutschland sei Stagnation: Die gesamtwirtschaftliche Leistung des Landes habe seit 2019 kaum zugenommen.
In den sechs Krisenjahren habe sich preisbereinigt ein Ausfall an Wirtschaftsleistung von insgesamt 940 Milliarden Euro ergeben, schreibt das IW weiter. Vor allem wegen der Corona-Pandemie habe sich im Jahr 2020 ein Ausfall von 185 Milliarden Euro ergeben, im Jahr 2021 waren es demnach noch rund 100 Milliarden.
Ab dem Jahr 2022 seien dann weitere Krisenfaktoren hinzugekommen - infolge des Kriegs in der Ukraine und der insgesamt geopolitisch belasteten Weltwirtschaft. Gemäß der IW-Modellrechnung belaufen sich die Ausfälle im Jahr 2022 auf 75 Milliarden Euro, 2023 auf 140 Milliarden und 2024 auf über 200 Milliarden Euro. Die im Jahr 2025 anhaltende Stagnation brachte laut IW einen Rekordwert an Einbußen von 235 Milliarden Euro mit sich.
Die Berechnungen des Instituts basieren auf der Annahme, dass sich ohne diese Krisen das Wirtschaftsleben mit dem Durchschnittstempo der letzten drei Jahrzehnte weiterentwickelt hätte und nicht aus anderen Gründen als die der Pandemie und der Geopolitik stehengeblieben wäre. Tatsächlich sei in den vergangenen Jahren aber eine "faktischen Stagnation" zu verzeichnen gewesen. Eine genaue Zuordnung der Ausfälle zu den einzelnen krisenbedingten Ursachen sei dabei nicht möglich, "da sich seit dem Jahr 2022 die einzelnen Krisen und ihre ökonomischen Folgewirkungen überlagern", schreibt das IW.