Super Bowl Halbzeitshow: Trump kritisiert spanischsprachigen Auftritt von Bad Bunny

Bad Bunny (m.) bei der Halbzeitshow des Super Bowl
Bad Bunny (m.) bei der Halbzeitshow des Super Bowl
© AFP
US-Präsident Donald Trump hat den spanischsprachigen Auftritt des Sängers Bad Bunny aus Puerto Rico bei der Halbzeitshow des diesjährigen Football-Finales Super Bowl kritisiert. "Niemand versteht ein Wort von dem, was dieser Kerl sagt", erklärte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. Offiziellen US-Regierungsdaten zufolge sprechen mehr als 41 Millionen US-Bürger Spanisch.

Das Konzert sei "absolut schrecklich" gewesen, erklärte Trump. Der US-Präsident sprach zudem von einem "Affront gegen die Großartigkeit Amerikas".

Bad Bunnys Auftritt beim Super Bowl war eine Hommage an das US-Territorium Puerto Rico. Neben einer Zuckerrohr-Plantage war auf der Bühne eine "Casita", ein traditionelles puerto-ricanisches Haus zu sehen. Als erster Künstler bei einer Halbzeitshow sang der Musiker zudem durchgehend auf Spanisch. US-Popstar Lady Gaga und der puerto-ricanische Sänger Ricky Martin traten überraschend als Gäste auf.

Bei der Verleihung der Grammys vor einer Woche hatte Bad Bunny keinen Hehl daraus gemacht, was er von Trumps Abschiebepolitik und den brutalen Einsätzen der Einwanderungsbehörde ICE vor allem gegen Zuwanderer aus Lateinamerika hält: "ICE out" (ICE raus), forderte er unter dem Jubel des Publikums.

Bei der Halbzeitshow im kalifornischen Santa Clara äußerte er jedoch keine direkte Kritik. Stattdessen zählte er am Ende seines Auftritts lateinamerikanische Länder, Puerto Rico, die USA und Kanada auf und warf einen Football mit der Aufschrift "Zusammen sind wir Amerika". Auf einer riesigen Leinwand im Stadion stand zudem: "Das Einzige, was stärker ist als Hass, ist Liebe."

Der Vertreter der lateinamerikanischen Genres Reggaeton und Latin Trap steht für alles, was Trumps Maga-Lager (Make America Great Again, Macht Amerika wieder großartig) verachtet. Als Puertoricaner ist er zwar US-Staatsbürger, singt und rappt aber durchweg auf Spanisch. In seinem Grammy-preisgekrönten Album "Debí tirar más fotos" (auf Deutsch: "Ich hätte mehr Fotos machen sollen") thematisiert er auch die schmerzhafte Geschichte der Kolonisierung der Karibikinsel, die seit 1898 zu den USA gehört.

Im Trump-Lager hatten viele angesichts des Auftritts von Bad Bunny angekündigt, die Show als Fernsehzuschauer boykottieren zu wollen. Die Trump-nahe Jugendorganisation Turning Point USA veranstaltete daher ein alternatives Halbzeitkonzert, bei dem der Rockmusiker und Trump-Freund Kid Rock auftrat und das auf Onlineplattformen gestreamt wurde. 

AFP

Mehr zum Thema