Bei dem Treffen mit Rutte wollte Trump seiner Sprecherin Karoline Leavitt zufolge einen möglichen Nato-Austritt der USA thematisieren. Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" wollen die USA die Nato für ihre mangelnde Unterstützung im Iran-Krieg "bestrafen". Washington erwägt demnach einen Truppenabzug aus Ländern, die die US-Offensive gegen den Iran nicht unterstützt haben.
Rutte hatte nach dem Treffen dem US-Sender CNN gesagt: "Es war ein sehr offenes, sehr ehrliches Gespräch." Auf die Frage, ob einige Nato-Länder tatsächlich versagt hätten, antwortete Rutte: "Einige schon, ja, aber eine große Mehrheit der europäischen Länder, und darüber haben wir heute gesprochen, hat das getan, was sie versprochen hatte." Fragen dazu, ob Trump einen US-Austritt aus der Nato angekündigt habe, wich Rutte wiederholt aus.
Vor wenigen Monaten hatte der US-Präsident das Fundament der Nato bereits ins Wanken gebracht, indem er damit drohte, dem Bündnispartner Dänemark Grönland zu wegzunehmen – bevor er abrupt zurückruderte. Rutte, der als Vermittler zwischen Trump und dem Rest der Allianz gilt, hatte damals dazu beigetragen, den Streit um die US-Besitzansprüche auf das dänische Autonomiegebiet zu entschärfen.