Das UNDP veröffentlichte am Dienstag, dem dritten Jahrestags des Beginns der Kämpfe im April 2023, einen Armutsbericht zum Sudan. Demnach ist die Lage in einigen der vom Bürgerkrieg am stärksten betroffenen Gebiete besonders schlimm - darunter Teile von Süd-Kordofan, dem Hauptschauplatz des Krieges, und Nord-Darfur, wo laut Renda 70 bis 75 Prozent der Menschen in Armut leben.
Als Armutsgrenze wurde ein Einkommen von vier Dollar (rund 3,40 Euro) am Tag herangezogen - mindestens ein Viertel der Bevölkerung des Sudan muss jedoch mit weniger als der Hälfte dieses Betrags auskommen, wie Renda erklärte.
In dem drittgrößten Land Afrikas liefern sich die Armee von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und die RSF-Miliz seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo einen erbitterten Machtkampf. Durch den Krieg sind zehntausende Menschen getötet worden, mehr als elf Millionen Menschen wurden vertrieben. Der Konflikt hat zu einer der schlimmsten humanitären Krisen weltweit geführt.
"Drei Jahre nach Beginn dieses Konflikts stehen wir nicht nur vor einer Krise – wir erleben die systematische Zerstörung der Zukunft eines Landes", sagte UNDP-Vertreter Renda.
Am Mittwoch findet in Berlin eine internationale Sudan-Konferenz statt. Ziel ist es, die Friedensverhandlungen wieder aufleben zu lassen und Hilfen für die Bevölkerung zu mobilisieren.
Dem UNDP-Armutsbericht zufolge wurden allein im Jahr 2023 beinahe sieben Millionen Menschen in extreme Armut getrieben - während das Durchschnittseinkommen auf ein Niveau sank, das zuletzt 1992 zu verzeichnet worden war.
Sollte der Krieg bis 2030 andauern, könnte das Bruttoinlandsprodukt des Sudan im Jahr 2043 um 34,5 Milliarden Dollar niedriger sein als wenn es keinen Krieg gegeben hätte, erklärte das UNDP am Dienstag. Dies entspräche einem Rückgang des Pro-Kopf-Einkommens um etwa 1700 Dollar. Gleichzeitig würden rund 60 Prozent der Bevölkerung und damit etwa 52 Millionen Menschen in extremer Armut leben - rund 34 Millionen mehr als in einem Szenario ohne Krieg.
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