UNO nennt Kinderschutz im Internet „höchste Priorität“ - G7-Digitalminister beraten dazu

Volker Türk
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Der Schutz minderjähriger Nutzer von Online-Diensten muss dringend verbessert werden: Dazu hat am Freitag  UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk aufgerufen, während in Paris gleichzeitig die G7-Digitalminister über dieses Thema berieten. „Den Schutz von Kindern im Internet zu verbessern, hat höchste Priorität“, betonte Türk in Genf. „Wir müssen sicherstellen, dass dies nicht nur geschieht, sondern dass es richtig geschieht“, fügte er hinzu. 

Pauschale Social-Media-Verbote und Altersbeschränkungen seien keine Allheilmittel, erklärte Türk. Diese könnten leicht umgangen werden. „Es nutzt auch wenig, nur den Zugang zu Plattformen zu beschränken, die aber weiterhin gefährlich bleiben“, erklärte er. Der Kinderschutz müsse bereits bei der Konzeption der Online-Dienste mitbedacht werden. Die Verantwortung dürfe nicht auf Eltern und Kinder abgewälzt werden.

Der UN-Hochkommissar forderte konkret ein Verbot des „Mikro-Targeting“ von Kindern zu kommerziellen Zwecken, also das Zusenden von stark personalisierter Werbung auf der Basis des Nutzerprofils. Er kritisierte „suchtfördernde Elemente“ wie Anreize zum Endlos-Scrollen, das automatische Abspielen von Videos und ständige Benachrichtigungen von Apps. 

Die französische G7-Digitalministerin Anne Le Hénanff zeigte sich hoffnungsvoll, dass die Vertreter der sieben Industrieländer sich auf eine gemeinsame Position zum Schutz von Kindern im Internet einigen würden. Weitere Themen bei dem Treffen, an dem auch Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) teilnimmt, sind KI und Cybersicherheit. 

Es besteht jedoch wenig Aussicht auf eine gemeinsame Stellungnahme zu den Folgen der KI für die Umwelt, etwa den massiven Energie- und Kühlwasserverbrauch der Rechenzentren. Eine Arbeitsgruppe mit dem Titel „Auswirkungen der digitalen Technologien auf die Umwelt“ sei für Vertreter der USA nicht akzeptabel gewesen, hieß es zuvor. 

Der französische Wirtschaftsminister Roland Lescure erklärte dazu, dass es „wie immer bei den G7 Themen gibt, bei denen man sich einig ist, und andere, bei denen das nicht der Fall ist“. Es seien sich aber zumindest alle einig, dass die Ressourcen für KI „möglichst effizient“ eingesetzt werden sollten. 

Die Beratungen der Digitalminister dienen als Vorbereitung für den G7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs im Juni im französischen Evian. Frankreich hatte im Januar den rotierenden Vorsitz der Gruppe der sieben großen Industrienationen übernommen. Dazu gehören die USA, Deutschland, Frankreich, Kanada, Großbritannien, Japan und Italien. 

AFP