Wie Europas größter Autobauer mit Konzernmarken wie Porsche, Audi und Skoda am Dienstag mitteilte, sank der Nettogewinn im vergangenen Jahr auf 6,9 Milliarden Euro. Das ist das niedrigste Ergebnis seit dem Dieselskandal im Jahr 2016. "Das Jahr 2025 war geprägt von geopolitischen Spannungen, Zöllen und hoher Wettbewerbsintensität", erklärte Finanzvorstand Arno Antlitz.
Verantwortlich für den Gewinneinbruch macht der Autobauer zudem Probleme bei der Sportwagentochter Porsche, die im Herbst angekündigt hatte, mehrere vollelektrische Modelle später als geplant auf den Markt zu bringen und stattdessen wieder stärker auf Verbrenner und Hybrid-Wagen zu setzen. Dieser Strategieschwenk hatte Volkswagen bereits im dritten Quartal, unter anderem durch Abschreibungen auf den Geschäfts- und Firmenwert von Porsche, ein Milliardenminus beschert - der erste Quartalsverlust seit der Corona-Krise.
Doch selbst bereinigt um Sonderfaktoren wie Abschreibungen bei Porsche lag die Gewinnmarge im Gesamtjahr nur bei 4,6 Prozent, wie der Konzern am Dienstag weiter mitteilte. Werden die Zollkosten herausgerechnet, steigt sie auf 5,5 Prozent. Das reiche "langfristig nicht aus", erklärte Finanzvorstand Antlitz. Für das Jahr 2026 rechnet der Konzern zunächst mit 4,0 bis 5,5 Prozent Rendite.
Vor diesem Hintergrund werde VW weiter "konsequent" die Kosten senken, hob Antlitz hervor. In Deutschland werden deshalb weitere Stellen gestrichen: "Insgesamt sollen bis 2030 rund 50.000 Stellen im gesamten Volkswagen-Konzern in Deutschland abgebaut werden", erklärte Konzernvorstand Oliver Blume in einem Brief an die Aktionäre. Ende 2024 hatte VW mit den Gewerkschaften bereits einen Stellenabbau in Deutschland um 35.000 bis 2030 vereinbart, vor allem bei der Kernmarke VW. Nun sollen auch Audi und Porsche sowie die Softwaretochter Cariad von künftigen Kürzungen betroffen sein.
Der Konzernumsatz blieb 2025 unterdessen weitgehend stabil bei knapp 322 Milliarden Euro (minus 0,8 Prozent). Weltweit beschäftigte VW 662.900 Mitarbeiter - 2,4 Prozent weniger als im Vorjahr.
Bei den Absatzzahlen konnte der Konzern 2025 einen Anstieg um fünf Prozent in Europa und gar zehn Prozent in Südamerika verbuchen. In Nordamerika verkaufte VW dagegen zwölf Prozent weniger Fahrzeuge, in China sechs Prozent weniger.
Insgesamt rutschte der Konzern damit beim Absatz unter die Neun-Millionen-Marke. Zum Vergleich: Der japanische Toyota-Konzern hatte ungeachtet der weltweiten Handelsspannungen im vergangenen Jahr seinen Absatz steigern und einschließlich der Tochtermarken Daihatsu und Hino Motors 11,3 Millionen Fahrzeuge verkauft - und vergrößerte damit seinen Vorsprung als weltgrößter Autobauer vor dem Wolfsburger Konkurrenten.
Positiv entwickelte sich bei Volkswagen indes der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge - er stieg im vergangenen Jahr auf 22 Prozent vom Auftragsbestand; im Absatz legten E-Autos um 55 Prozent zu. 2026 nun werde der Konzern "bezahlbare Elektromobilität mit Premium-Technologie an den Start" bringen, erklärte Vorstandschef Blume.
Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) wies am Dienstag darauf hin, dass bei Volkswagen im vergangenen Jahr "wichtige Entscheidungen" getroffen worden seien. In China könne es Volkswagen mit eigens in der Volksrepublik entwickelten Fahrzeugen gelingen, "den Turnaround zu schaffen", die "größte Herausforderung" bleibe jedoch Porsche. Gleichwohl könne 2026 "zum Jahr der Stabilisierung in einem sehr instabilen Umfeld werden", erklärte Dudenhöffer. Das Jahr werde "nicht nur für den VW-Konzern sehr herausfordernd".