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Weißrussland: Lukaschenko-Kritikerin zu zwei Jahren Haft verurteilt

Schauprozess in Weißrussland: Die Journalistin Irina Chalip wurde in Minsk zu zwei Jahren Haft verurteilt. Sie hatte an den Protesten gegen die gefälschte Präsidentschaftswahl teilgenommen.

Die Ehefrau des weißrussischen Oppositionsführers Andrej Sannikow ist zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Ein Gericht in Minsk verurteilte die Journalistin Irina Chalip am Montag wegen ihrer Beteiligung an den Protesten gegen die Präsidentschaftswahl im Dezember zu zwei Jahren Gefängnis.

Die Strafe muss die Mutter eines vier Jahre alten Sohnes aber erst in zwei Jahren antreten, wie das Gericht entschied. Zwei Oppositionspolitiker wurden zu drei Jahren im offenen Strafvollzug beziehungsweise zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Deutschland, die EU und die USA hatten die politischen Schauprozesse scharf verurteilt.

Die Reporterin Chalip arbeitete für die russische Zeitung "Nowaja Gaseta". Ihr Mann, der frühere Präsidentschaftskandidat, Andrej Sannikow war am Samstag zu fünf Jahren Straflager wegen der Organisation gewaltsamer Massenproteste verurteilt worden. Westliche Prozessbeobachter sprachen von Schauprozessen in "Europas letzter Diktatur" wie zu Sowjetzeiten unter dem Diktator Josef Stalin.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) forderte die Freilassung von Sannikow und anderen politischen Gefangenen der Ex-Sowjetrepublik. Die USA drohten Weißrussland mit weiteren Strafmaßnahmen. Die EU und die USA haben das Land mit Sanktionen belegt.

liri/DPA/AFP / DPA

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