"Wenn es sonst niemand tut, werde ich heute Abend diesen Küstenstreifen bewachen", sagte einer von ihnen in dem Video. "Und wenn ich ein Schlauchboot sehe, dann werde ich es mit aller Kraft aufschlitzen", fügte er hinzu. Er rief dazu auf, in Großbritannien an der Küste von Dover zu kommen, "alle zusammen, Arm in Arm, um niemanden reinzulassen".
Die Justiz wirft den Männern Anstiftung zum Hass vor. Es besteht der Verdacht, dass sie an einer Anti-Migranten-Aktion mit dem Titel "Overlord" an der französischen Küste des Ärmelkanals teilnehmen wollten, zu der der rechtsextreme britische Aktivist Daniel Thomas aufgerufen hatte. Die französischen Behörden hatten diese Aktion verboten. "Operation Overlord" war der Deckname für die Landung der Westalliierten der Anti-Hitler-Koalition in der Normandie im Zweiten Weltkrieg.
Mitte Januar hatte die französische Justiz bereits zehn rechtsextreme britische Aktivisten ausgewiesen, weil sie im Verdacht standen, gewaltsame Aktionen gegen Migranten zu planen.
Unterdessen warf die Menschenrechtsbeauftragte der französischen Regierung, Claire Hédon, den französischen Sicherheitskräften einen unangemessenen Einsatz von Elektroschockpistolen und Tränengas gegen Migranten vor. Diese Waffen könnten "schwere körperliche Verletzungen verursachen, insbesondere bei besonders vulnerablen Menschen", betonte Hédon am Montag.
Sie forderte, den Einsatz von Waffen zu verbieten, wenn damit nur Migranten vom Einsteigen in ein Boot abgehalten werden sollten. Die sei weder ein Fall von Selbstverteidigung noch von öffentlicher Ruhestörung, betonte sie.
Zudem sollten Sicherheitskräfte dazu verpflichtet werden, beim Rückgriff auf diese Waffen ihre an der Uniform befestigten Videokameras einzuschalten.
Nach britischen Angaben haben 2025 etwa 41.500 Migranten den Ärmelkanal in Richtung Großbritannien überquert. Das ist die zweithöchste Zahl nach 2022, als rund 45.800 Menschen auf diese Weise nach Großbritannien kamen. Mindestens 29 Menschen starben im vergangenen Jahr bei versuchten Kanal-Überfahrten.
Großbritannien hat seine Einwanderungs- und Asylpolitik unter Premierminister Keir Starmer erheblich verschärft.