Die zweite Wahlrunde wurde in 1580 Kommunen abgehalten. In den meisten der rund 35.000 französischen Gemeinden war die Entscheidung bereits in der ersten Runde am Sonntag vor einer Woche gefallen.
Bis zum späten Nachmittag gaben nach Angaben des Innenministeriums gut 48 Prozent der Wählerinnen und Wähler ihre Stimme ab - damit war die Wahlbeteiligung etwa gleich hoch wie zum selben Zeitpunkt in der ersten Runde. Am Ende des ersten Durchgangs war dann eine Beteiligung von insgesamt rund 57 Prozent verzeichnet worden - ein historisches Tief.
In der Hauptstadt konkurrierten die konservative Ex-Kulturministerin Rachida Dati und der Sozialist Emmanuel Grégoire um das Amt des Stadtoberhaupts. In den Umfragen vor der zweiten Runde lagen sie dicht beieinander. Grégoire war lange Stellvertreter der bisherigen Bürgermeisterin Anne Hidalgo, die Paris zur Fahrradstadt umgewandelt hatte.
In Marseille, der zweitgrößten Stadt des Landes, hoffte die rechtspopulistische Partei Rassemblement National (RN) darauf, künftig den Bürgermeister zu stellen. Die Gewinnchancen des RN-Kandidaten Franck Allisio wurden allerdings durch den taktischen Rückzug des linkspopulistischen Kandidaten geschmälert, der damit die Chancen des sozialistischen Amtsinhabers Benoît Payan steigern wollte.
In der zweiten Runde waren nur noch rund 17 Millionen Menschen zur Wahl aufgerufen, nach rund 49 Millionen im ersten Durchgang. In 1580 Kommunen hatte das Ergebnis der ersten Runde nicht gereicht, um das Stadtoberhaupt zu bestimmen.