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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000120546 Gast

Erbe ich Anteile am Haus, wenn nur der Vater im Grundbuch steht und die Mutter stirbt?

Mein Vater hat während der Ehe mit meiner Mutter das Haus von seiner Mutter überschrieben bekommen. Nur mein Vater steht im Grundbuch. Dach und Fassade wurden währen ihrer Ehe saniert. Beide hatten zum Zeitpunkt des Todes meiner Mutter nur ein gemeinsames Konto. Jetzt ist meine Mutter verstorben. Es gilt Zugewinngemeinschaft. Erbe ich jetzt schon Anteile am Haus?
(Mein Vater wohnt in dem Haus und das soll auch so bleiben.)
Antworten (19)
ing793
Jein
Nicht am Haus. Nach meiner Auslegung eines interessierten Laien gibt es keinerlei Anrecht, sich mit einem noch so geringen Teileigentum im Grundbuch eintragen zu lassen.
Aber an der Wertsteigerung des Hauses würde Deine Mutter beteiligt und daran würdest Du ihm Rahmen Deines Erbteiles partizipieren. Das müsste Dein Vater Dir bar auszahlen, so Du es denn einfordertes.
elfigy
Zugewinn ist nicht vererbbar, es sei denn die Ehe wurde vor dem Tod der Mutter geschieden und der Zugewinn wurde ihr bereits zugesprochen. Das wäre dann quasi Vermögen der Mutter, auch wenn noch nicht gezahlt worden ist.
In dem Fall hier, müsste der Erbe nachweisen, welche Leistungen die Mutter für die Wertsteigerung des Hauses erbracht hatte. Das kann Geld oder auch Arbeitsleistung sein.
Davon erbt aber der Vater auch die Hälfte.
ing793
Das verstehe ich jetzt nicht - bei einer Zugewinngemeinschaft gehört doch jedem von beiden zu jedem beliebigen Zeitpunkt die Hälfte dessen, was nicht in die Ehe eingebracht wurde.
Es müsste also nicht nachgewiesen werden, wieviel Geld die Mutter in das Haus gesteckt hat.
Sondern nur: was war das Haus damals wert und was ist es heute wert?
Die Differenz gehört zur Hälfte dem Vater, zur Hälfte der Mutter. Und zwar völlig unabhängig davon, wer wie dazu beigetragen hat.
Von letzterem wiederum erbt der Vater die Hälfte (ich meine, es wären sogar drei Viertel) und der Rest wird unter den Kindern verteilt.
Wo läge der Fehler in dieser Sichtweise?
elfigy
Der Wert des Zugewinns muß nur bei der Beendigung der Ehe, oder einer Änderung des Güterstandes ausbezahlt werden. Ohne diese Änderungen ist er nicht vererbbar. Auch bei der Zugewinngemeinschaft behält jeder sein Eigentum. Wenn das Eigentum des Überlebenden einen Wertzuwachs erfahren hat, muß der Verstorbene bezifferbare Leistungen beigetragen haben. Also etwas von seinem Eigentum eingebracht haben.
Das hat der Gesetzgeber so geregelt. Einen Zugewinnausgleichsanspruch hat nur der Ehegatte. Die Kinder als Erben haben ihn nicht.
Der Güterstand regelt quasi nur die Vermögensverteilung im Fall einer Scheidung,
ing793
Danke, wieder mal was dazugelernt.
elfigy
Das wissen viele nicht, die Leute denken, die Kinder erben ja mal alles, was wir uns erwirtschaftet haben. Besonders wichtig dass man alles genau regelt, ist es, wenn Kinder aus früheren Ehen vorhanden sind. Aber auch für den Fall, dass der Überlebende wieder heiratet.
Da können böse Ungerechtigkeiten passieren.
rayer
Und für mich ist die Frage schon widerlich. Was kümmert es mich, was meine Eltern für ein Vermögen haben oder nicht. Kann man nicht warten, bis der Deckel auch über dem 2. Elternteil geschlossen wurde und die Beerdigung ist abgeschlossen.
elfigy
So für den Normalfall bei beiden leiblichen Eltern sehe ich das auch so.
Wir wissen allerdings nichts über die sonstigen Verhältnisse, insbesondere über die Beziehung zum Vater und dessen Verhalten. Geht uns auch nix an, aus welchem Grund die Frage gestellt wurde,
rayer
Was wäre denn der abnormale Fall? Mich macht der Einwand in Klammern schon stutzig. Da mach ich mal den ing und interpretiere Folgendes rein: "Erst mal, aber kann Papa nicht in eine kleine Wohnung ziehen und macht für mich und meine Familie das große Haus frei, ein Viertel gehört mir ja schon."
ing793
Tja Rayer, interpretieren ist eine Kunst.
Bei Deinen Fähigkeiten darin bitte ich freundlich darum, das nicht mit mir in Verbindung zu bringen, das schadet meinem Ansehen.
elfigy
Da gibt es so viele Möglichkeiten, wie es Menschen gibt. Der Gast hat sachlich gefragt und seine Motive können wir mangels Informationen nicht werten. Mit moralisieren kann man ganz schnell auf den falschen Dampfer kommen. Deshalb mein letzter Satz in meinem vorigen Post.
rayer
Och ing, für uns zwei gilt: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert. Wobei, Du hast es wenigstens geschafft ab und an Applaus zu bekommen, zwar meist aus einer Ecke der Welt, wo ich nicht begraben sein wollte, aber immerhin.
rayer
Hast ja recht elfigy. Mich wundert alleine die Tatsache, dass man sich Gedanken macht. Dann noch externe Meinungen einholt und zur besseren Beurteilung, die wertsteigernde Aspekte ins Spiel bringt. Ich denke über das Vermögen meiner Eltern und Geschwister überhaupt nicht nach. Wenn da einer auf die Idee kommt, das in Monaco auf den Kopf zu hauen, warum nicht? Es gehört mir ja nicht.
DerDoofe
Die Mutter ist verstorben! Es handelt sich also nicht um das Zugewinn-Verfahren, welches bei einer Scheidung anzuwenden ist.
Skorti
@rayer,

auch ich kann mir pietätischeres Verhalten vorstellen, als beim Tod der Mutter auf das anteilige Erbe pochen.

Aber ich kann mir für ein solches Verhalten auch eine Konstellation vorstellen, bei der nicht nur der Sohn/ die Tochter dieses wünscht, sondern auch der Vater.

Stell dir einfach mal ein Haus vor, dass einen Wert hat, der bei einem Erbfall die Freigrenze überschreitet.

Nun stirbt einer der beiden Eigentümer und als Erbe stehen Ehepartner und Kind an. Wenn der Kind nun einen Teil des Hauses jetzt schon erbt, damit unter der Freigrenze bleibt, reduziert sich im zweiten Erbfall die Höhe des Erbes und hier fallen weniger, wenn nicht keine Steuern an.

Dann könnten sowohl überlebender Eigentümer und späterer Gesamterbe gemeinsam daran Interesse haben.
Opal_V2
Meine Nichte (ihre Mutter, meine Schwester ist 97 verstorben) hat nach dem Tod meines Vaters ihren Pflichtteil eingefordert. Ja meine lieben Freunde, es geht noch viel heftiger zu als ihr glaubt. Geld kennt keine Familie.
Matthew
Wie kommt Ihr auf das schmale Brett, der Fragesteller würde irgend etwas einfordern?
In seinem Post kann ich dazu nichts entdecken.
Opal_V2
Matthew, das war nur ein Bsp. was uns in der Familie wiederfahren ist.
rayer
( Copy & paste )
Erbt der Ehepartner, wird zunächst im Rahmen des Zugewinnausgleichs ermittelt, welches Vermögen tatsächlich vererbt wird und welches dem Ehepartner ohnehin zusteht. Nur für den vererbten Teil, also in der Regel die Hälfte des gemeinsamen Vermögens, muss tatsächlich Erbschaftsteuer gezahlt werden.