HOME

Noch Fragen?

Frage Nummer 3000049501 Gast

Gärung durch weibliches Spuck-Enzym?

Kürzlich las ich irgendwo, das Bierbrauen sei früher traditionell Frauensache gewesen, weil der Speichel von Frauen, die das Malz kauten, den Gärprozess einleitete. Ist da was dran? Unterscheidet sich die Spucke von Männlein und Weiblein?
Antworten (8)
Amos
Nein.
ing793
Bierbrauen war früher tatsächlich Frauensache, aber mit der Spucke hat das m.E. nichts zu tun.
Beim Mälzen wird nicht gekaut, die Enzyme sind im Korn bereits enthalten.
indepen
Ja und nein. Tatsächlich wird Bier in etlichen Regionen mit Hilfe von Speichel hergestellt. Ich habe das im Südsudan, in Kenia, in Botswana und anderswo gesehen. Das echte Chicha (Inkabier) in Peru kommt auch nicht ohne Spucke zur Gärung. Doch wenn's bei den Frauen nicht reicht, müssen auch die Männer mit Spucke helfen. Da dürfte kein Unterschied sein.
Musca
in vino veritas
wokk
Die Spucke leitet keine Gärung ein. Die in der Spucke enthaltenen Enzyme spalten das Malz auf, damit der Zucker frei gesetzt werden kann. Dann erst können die überall vorhandenen Hefen den entstandenen Zucker weiter verarbeiten.
ing793
genau, wokk - und je nach Herkunft der Spucke unterscheiden sich dann die Biersorten.
Das Malz für helles Weizenbier wird von blonden Finninen und Schwedinnen gekaut, das dunkle Stout von den pakistanischen Einwandererinnen im Westen Englands und für Pils sind dunkelblonde Westfälinnen zuständig. Wenn ich nur daran denke, welche Mengen da z.B. in Warstein gebraucht werden. Kein Wunder, dass sich da dieser Dialekt entwickelt hat.
Hardy Zwockel
Natürlich muss kräftig durchgekaut werden! Und da Frauen des öfteren Schaum vor dem Mund haben, entsteht nur so ein Bier mit einer guten Krone, nich waaah!
wokk
Vermutlich . . . .