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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000058515 Panther

Hi bh_roth

würdest du dich trauen, das größte Flugzeug der Welt, die Antonov AN-225 Mriya zu fliegen? Sechs Triebwerke, oh je, da sehe ich meine Cessna an; ein lahmer Propeller *seufz*.
Ich hätte schon mal Lust, so ein Ungetüm zu fliegen. Aber landen?
Antworten (24)
bh_roth
So ohne weiteres nicht. Das gilt für alle Flugzeuge. Neben der Fluglizenz, die nur erlaubt, Flugzeuge bis zu oder über einem bestimmten Gewicht, oder bis zu oder über einer bestimmten Anzahl von Triebwerken zu fliegen, braucht jeder Pilot ein sogenanntes"Type-Rating", bei dem er die Fähigkeit erlernt, eben dieses und nur dieses Flugzeug zu fliegen. Das dauert je nach Flugzeug unterschiedlich lange, und muss jedes Jahr erneuert werden. Bei diesem Koffer sicher um die 30 Flugstunden. Dazu kommt noch eine Menge an Theorie.
Ich weiß es nicht, aber ich gehe davon aus, dass dieser Koffer in hohem Maße automatisiert ist, sodass das Flugzeug automatisch landen könnte, wenn man es lässt.
Nach ein paar Einheiten im Simulator und mit einem Fluglehrer könnten Start und Landung gelingen.
Bei Hollywood-reifem plötzlichen Ausfall der Piloten, und gesteuert von einen Passagier mit Fluglizenz für eine Cessna, gibt das sicher eine Menge Alu-Schrott.
bh_roth
Nach mehrmaligem Durchlesen gewinne ich den Eindruck, dass du meinen letzten Satz auf dich beziehen könntest. Das ist nicht beabsichtigt. Cessna ist nur ein Platzhalter.
Panther
Airplane!
Bei uns heißt der Film Flying High.
Classic! "Gibt es jemanden an Bord, der ein Flugzeug fliegen kann?" Ich hätte sofort geschrien "Ja, ich". Es wurde ja nicht gefragt, wer so ein Ding landen kann.

Mein Lieblingssatz in dem Film ist jedoch, wenn die Reporter in den Raum kommen, und einer sagt: "Let's take some pictures." Und dann nehmen sie die Bilder von der Wand. Na ja, vielleicht nicht jedermanns Idee von Humor, aber ich habe ein schlichtes Gemüt.

So ein Ungeheuer zu fliegen? Schon der Gedanke daran, kribbelt es nicht bei dir? Bei mir noch. Und da denke ich nicht an's Landen.

Danke für deine umfassende Antwort.
Paul
inkontinentia1
Panther sollte den Therapeut wechseln. Seine Tagträume werden langsam peinlich.
Panther
Wir haben ja hier Airlines (nicht nur Qantas), die haben zweimotorige Flugzeuge mit bis zu 12 Passagieren. Das ist lustig. Der Pilot öffnet die Tür, steigt aus und hat einen Schemel mit drei Stufen, für die älteren Damen. Die älteren Herren stolpern lieber.

Da gibt es keinen regulären An- und Abflug Plan. Der Pilot sammelt die Leute von deren Landing Strips auf und setzt sie dann wieder ab. "Thanks pilot" gerade so wie "Thanks driver" in einem Stadtbus.

Der Sitz des Co Piloten ist fast immer frei, und ich schlüpfe da mal schnell rein. Abgestüüüürtzst sind wir bisher nicht. ✈️
DerDoofe
bh_roth, das will mir nun doch nicht ganz eingehen: Einerseits hälst du es am Rande der Tatsache für wahrscheinlich, dass dieses Fleugzeug über ein automatisiertes Landesystem verfügt, dem entgegenstehend könnte ein Laie beim Versuch einer Landung jedoch nur Aluschrott produzieren.

Warum also durch die Einbindung eines Laien das Risiko eines Absturzes eingehen, wenn der Vogel von einem Piloten am Boden sicher zu landen wäre?
Sheldor
Die Frage ist doch, möchte man so einen Flieger überhaupt steuern? ;)
bh_roth
@der_doofe: Weil der eine oder andere vielleicht so seine Probleme hätte mit der kyrillischen Beschriftung der Cockpiteinrichtung, und mit der Bedienung des Autopiloten.
Ich bin mal eine Antonow AN-2 und eine Mi-8 geflogen, da hatte ich so meine Probleme. Letztere hatte eine Einrichtung, die die Steuerorgane fixierte, damit man mal eben loslassen konnte, um irgend etwas zu machen (nicht zu verwechseln mit einem Autopiloten, das war eher sowas wie ein "Forced-trimm", nur dass man die russische Variante nicht überdrücken konnte).
Das System war heimlich eingeschaltet worden, und ich wusste nichts davon. Langsam steigerte ich also meine Kräfte am Steuerknüppel, konnte ihn aber nicht bewegen. Erst, als ich nach links blickte, und in das unverschämt grinsende Gesicht meines Fluglehrers blickte, war mir klar, dass da etwas nicht stimmt. Aber den Schalter zum Stilllegen des Systems hätte ich nie gefunden.
Panther
Sheldor,
die Frage wird beantwortet:
Ich ja! Da könntest du mich in drei Sekunden aus dem Bett holen.
Panther
DerDoofe,
Da wird kein Vogel von einem Piloten am Boden sicher gelandet. Der Pilot ist an Bord.
Panther
bh_roth,
sitzen die Fluglehrer in russischen Flugzeugen links?
biscuitdealer
ich würde mich nicht trauen so ein Flugzeug zu fliegen
bh_roth
Paul, es kommt auf die Funktion an Bord an. Das ist international. In einem Flächenflugzeug sitzt der Steuerführende (Pilot) links, in einem Hubschrauber rechts. Entsprechend sitzt der Fluglehrer auf der anderen Seite. In einem militärischen Luftfahrzeug mit 2 Piloten sitzt der Steuerführende rechts, der Kommandant links. Dieser hat ein wesentlich größeres Aufgabengebiet. Er führt das Luftfahrzeug taktisch, und bedient die Bordwaffen. Er führt auch die Rotte oder den Schwarm bzw. die Staffel. Wird dieser ausgebildet, sitzt der Fluglehrer rechts.
DerDoofe
Panther, da bist du offensichtlich nicht informiert. Die US-Airforce verfügt über Drohnen, die über tausende Flugkilometer Raketen transportieren, um nach deren Abschuss zur Basis zurückzukehren. Gesteuert von einem Piloten am Boden. Und das sind keine Modellflugzeuge.

Diese Möglichkeit besteht auch bei Passagiermaschinen.
Während man beim Auto noch bastelt, ist die Technik im Flugverkehr längst ausgereift.
Dorfdepp
Ich erinnere mich an das Euro-Hawk-Desaster, da war für den europäischen Luftraum gar nichts ausgereift. Die Amerikaner fliegen ihre Drohnen in fast leerem Luftraum, da mag das funktionieren wie in der Wüste, wo selbststeuernde Autos auch ohne Probleme fahren. Die gibt es erst bei hoher Verkehrsdichte. Also von wegen Gebastel ...
Panther
bh_roth,
ich bezog mich auf dein "Erst, als ich nach links blickte, und in das unverschämt grinsende Gesicht meines Fluglehrers blickte, war mir klar, dass da etwas nicht stimmt."

Und weil bei uns der Fluglehrer rechts sitzt, dachte ich "Oh Scheiße, Linksverkehr."
Panther
Ja, DerDoofe,
dann flieg mal schön deine Drohnen, Raketen, Modellflugzeuge und Drachen am Band vom Boden.
ing793
@dorfdepp: der Euro Hawk bekam lediglich keine Zulassung, fliegen konnte er schon (so wie die anderen unbewaffneten Drohnen, die in D seit Jahrzehnten fliegen).
Das ist wie mit den seitlichen Blinkern und der modifizierten Stoßstange, die man früher an Autos anbringen wollte, die in den USA verkauft werden sollten: technisch geht das wunderbar auch ohne Modifikationen, aber das "Papier" bekommt man nicht.
So war es auch mit dem Euro Hawk. Irgendwas hätte nachgerüstet werden müssen, damit es deutschen Bestimmungen entspricht und das war allen Beteiligten zu teuer.

Anders ausgedrückt: ferngesteuertes Fliegen geht wunderbar und ist ausgereift.
Ferngesteuertes Fahren übrigens auch - nur autonomes Fahren steckt noch in den Kinderschuhen.
Dorfdepp
@ ing793
Der Euro Hawk bekam keine Zulassung, weil der eingebaute Kollisionsschutz gegen zivile Luftfahrzeuge nicht ausreichend war. Das war keine Kleinigkeit.
Zum Nachlesen
ing793
@dorfdepp:
Die Frage, ob die Kollisionskontrolle "ausreichend" sei, wurde nie geklärt.
Zitat: "Von der europäischen Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol hieß es, sowohl der "Global Hawk" als auch der "Euro Hawk" verfügten über elektronische Systeme zur Kollisionsvermeidung: "Aber die sind noch nicht von zivilen Behörden abgenommen", sagte Behördendirektor Luc Tytgat der Nachrichtenagentur dpa in Brüssel. Eurocontrol wolle, dass diese Systeme nach Standards, die auch in der Zivilluftfahrt Vorschrift sind, geprüft werden."
Es war wahrscheinlich kein bautechnisches sondern ein zulassungstechnisches Problem.

Wobei erwähnt werden solte, dass der eine Prototyp, der nach D überführt wurde, tatsächlich nicht über ein TCAS verfügte. In der Serie war das aber vorgesehen (jedenfalls nach Aussage von Northrop).
bh_roth
Ferngesteuertes fliegen von Drohnen vom Boden aus ist wirklich kein Problem. Da wird irgendwo auf der Welt der Container plaziert, in dem sich die Piloten aufhalten, und fliegen Drohnen, die tausende von Kilometern weit weg sind. Es ist nur eine Frage der Ausbildung. Der Rest ist wie ein Computerspiel- ohne Gefährdung des wertvollen Piloten.
bh_roth
In dem Zusammenhang empfehle ich den Film "Good kill - Tod aus der Luft".
Panther
Huch, bh_roth,
wenn ein Pilot überflüssig ist, wie kann er dann wertvoll sein?
Panther
Bei mir ist das übrigens so:
Der Pilot denkt, meine Frau lenkt, und sie sitzt rechts von mir.