HOME

Noch Fragen?

Frage Nummer 68453 StechusKaktus

Kann Hochwassserhilfe gerecht sein? Wem gegenüber hat die Gesellschaft dazu eine Verpflichtung?

a) Derjenige, der sich aktiv gegen Hochwasserschutz eingesetzt hat?
b) Derjenige, der nach 2002 in Hochwassernähe baute?
c) Derjenige, der von seiner Versicherung entschädigt wurde?
d) Derjenige, der über genügend eigene Mittel verfügt, den Schaden aus eigener Kraft zu regulieren?

Ich will die Entscheidung dazu nicht treffen müssen. Wie seht ihr das?
Antworten (11)
elfigy
Du stellst da vier hochinteressante Fragen Stechus. Erstmal, c wird nichts bekommen und d vielleicht eine anteilige Beihilfe.
Gerecht wird es ganz sicher nicht. Es wird clevere Absahner geben und hilflose Hinterhergucker. Man müßte auch mal die Frage nach der Haftung für Kommunalpolitiker aufwerfen, die Baugebiete in Hochwasserzonen ausweisen. Und wer da billiges Bauland erwarb und sein Haus darauf baute. Eine Verpflichtung sehe ich da, wo alter Baubestand vorhanden war und dem Hochwasserschutz von Land und Kommune nicht die notwendige Priorität eingeräumt wurde. Wo also die Geschädigten wirklich unschuldig an dem Schaden sind.
Amos
Habe eine dezidierte Antwort eingegeben. Da erscheint "Frage nicht mehr gültig". Nochmal werde ich die Antwort nicht mehr posten. Oder versteckt sie sich irgendwo und ich kann sie noch mal aufrufen?
elfigy
Ne die ist dann weg Amos. Ging mir auch schon so. Seitdem schreibe ich die Antwort erst in ein Editorfenster, dann kann ich sie kopieren und einfügen. Alternativ kannst du deine Antwort, nachdem du sie geschrieben hast, hier im Fenster kopieren und dann nochmal verwenden. Ich hoffe nur, die kriegen das mit der Software bald hin, ich bin schon wieder auf F5 . Meine Nerven !
Amos
Ohne F5 kann ich nur noch alte Antworten aufrufen, bin aber nicht auf dem neuesten Stand. Das Leben ist hart!☺
Deho
Helfen sollte man denen, die unverschuldet in Not geraten sind. Wenn Köln oder Dresden überschwermmt werden, trifft die Bewohner keine Schuld. Wer allerdings in jahrhunderte lang bekannten Hochwassergebieten und Rückzugsgebieten baut, handelt vorsätzlich oder grob fahrlässig. Für diese Idioten würde ich nur ungern zahlen, aber das bestimmen hierzulande leider andere.
ing793
@Amos: wenn "Seite nicht mehr gültig" erscheint, gehe mit der Rückwärtstaste Deines Browsers rückwärts - aber nicht eine Seite (da erscheint immer wieder die "ungültig"-Meldung), sondern zwei Seiten auf einmal. Bei Firefox jedenfalls bist Du dann wieder im Fenster mit Deiner Antwort.
Markieren, Kopieren - dann "Abbrechen" und "Frage beantworten" neu aufrufen. Einfügen - und weiter geht's
ing793
zur Frage selber:
eine Verpflichtung hat die Gesellschaft niemandem gegenüber. Es ist ja nicht so, als ob die Fluten erst seit 2002 kommen. Hochwasser war schon immer und wer flußnah im Flachen gebaut hat, der wusste schon immer, was ihn gelegentlich erwartet.
Spätestens wenn er versucht, eine Elementarschadenversicherung zu bekommen und abgelehnt wird weiß er, was die Stunde geschlagen hat.
Irgendwie tun die mir schon leid, wenn sie jetzt so viel verloren haben. Aber ich würde mich irgendwie schon in den Hintern beißen, wenn die entschädigt würden.
Das sind schließlich Basics: der Verlust des Hauses ist eine persönliche finanzielle Katastrophe und dagegen sichert man sich ab. Abgesehen von Krieg ist mein Haus gegen alles versichert - bei Elementarschäden mit einer vierstelligen Selbstbeteiligung. Für den Jahresbeitrag kriegt Amos gerade mal zwei Tankfüllungen.
elfigy
Einspruch ing, viele Gebäude in diesen Zonen sind nicht versicherbar. Auf dieser Seite ist besonders auch der letzte Absatz interessant. Ich vertrag bislang die Ansicht, wenn man das Risiko in Form einer Pflichtversicherung verteilt, würde es bezahlbar. Ist aber nicht so.
Als Verpflichtung sehe ich eine gewisse Solidarität mit denen, die wirklich keine Schuld haben und die sich nicht versichern konnten. Also eine selbstauferlegte. Gleichwohl wird es bei der Verteilung wieder haarsträubende Geschichten geben.
ing793
@Elfi: Einspruch abgelehnt - das habe ich oben schon gesagt, dass einige Häuser nicht versicherbar sind. Aber dann weiß der Besitzer Bescheid, dass in regelmäßigen Abständen das Wasser einen Meter hoch an seiner Hauswand steht.
Dann muss ich (ungefähr in der Reihenfolge) dafür Sorge tragen, daß
a) idealerweise das Wasser nicht reinkommt
b) wenn es reinkommt, der Schlamm draußen bleibt
c) ich keine schweren Teile im Erdgeschoss stehen habe und Abstellmöglichkeiten weiter oben
d) die Ausstattung in den wassergefährdeten Bereichen so weit wie möglich abwaschbar ist.
Ich verwahre mich ja auch nicht gegen eine Nothilfe, die für Bett, Tisch, zwei Stühle, Küklschrank und Herd reicht. Vielleicht noch etwas drauf für Farbe oder Laminat bei Renovierung in Eigenregie. Aber alles andere ist Lebensrisiko und wenn nicht gerade alle Flüsse gleichzeitig über die Ufer treten, sondern nur wenige Leute betroffen sind, kräht da kein Hahn nach.
Sockenpuppe
Ich denke übrigens, dass a auf jeden Fall Hilfe bekommen sollte!
Orte, die überflutet wurden haben die anderen gerettet! So ist das!
Was viele nicht wissen: Durch den Bau von Deichen wird das Wasser nicht weggezaubert! Es muss irgendwo hin! Irgendwen trifft es also auf jeden Fall!
[br]
Wer also sein Hab und Gut für andere opfert, sollte auf jeden Fall entschädigt werden!
Deho
@ Sockenpuppe
Hochwasser hat es schon immer gegeben. Der Fluss hat sich im Lauf der Zeit Rückzugsgebiete geschaffen, die regelmäßig überflutet wurden. Hätte man die dem Fluss gelassen, wäre alles naturgemäß. Aber der Mensch wollte das Land nutzen und hat den Fluss eingedeicht.
Wenn es dann schief geht, ist die Allgemeinheit gefragt. Man kann auch Siedlungen am Fuße eines aktiven Vulkans errichten und von der Gemeinschaft Solidarität einfordern, wenn der mal ausbricht. Nicht ganz fair, nicht ganz fein (Otto Waalkes).