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Opal

Keep fighting Guido

Guido Westerwelle ist an akuter Leukemie erkrankt. Wie stehen seine Chancen???
Frage Nummer 95802

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Antworten (25)
Amos
Wollte bereits das Thema einstellen. Als Arzt sehe ich aber noch andere Diagnosen als Alternative. Die Chancen sind abhängig von der Art der Leukämie unterschiedlich. Ich wünsche ihm baldige Genesung!
Amos
Der natürliche Verlauf der AML führte 5 Monate nach den ersten Symptomen bei der Hälfte der Patienten und innerhalb eines Jahres bei allen Patienten zum Tode (4). Therapieversuche in dieser Serie mit Röntgenstrahlen, Radiophosphor, Urethan oder Mustargen hatten praktisch keine Wirkung. Ähnliche Überlebensraten zeigte eine Publikation noch 18 Jahre später (5).

Erst nach Einführung von Daunomycin (6) und Cytarabin (7,8,9) wurden komplette Remissionen und Langzeiterfolge erreicht. Zwischen 1980 und 2006 zeigten dann die Ergebnisse aus 31 randomisierten Studien einen Anstieg der mittleren Remissionsraten bei Patienten unter 60 Jahren von 66 auf 72% und einen Anstieg anhaltender Remissionen nach 4-5 Jahren von 17% auf 34%. Bei den über 60-Jährigen betrug der Anstieg 42% auf 51% Remissionen und 11% auf 15% anhaltende Remissionen (10). [Zitat Ende]
Musca
Natürlich wünscht man keinem Menschen so eine Krankheit. Aber meiner Antipathie gegen Ihn tut das keinen Abbruch. Das ein Mittfuffziger irgendwelche ernsthafte Krankheiten bekommen kann, ist nicht schön, aber was soll´s , er hat ein Leben gehabt. Die Bilder von Kinderstationen mit glatzköpfigen leukemiekranken Kindern berühren mich wesentlich mehr.
Opal
Also isser quasi dem Tode geweiht. Boah, fürchterlich. Denke z.zt, ballern die ihn mit der heftigsten Chemo voll. Bin total schockiert. aber das passiert wie ich so gelesen hab ca. 11000 Mensch im Jahr in D.
Amos
Lieber musca: ich habe im Westdeutschen Tumorzentrum in der Uniklinik Essen gearbeitet. Ob Kinder, Jungmänner mit Hodentumor oder Ältere mit Bronchialkarzinom. Das macht keinen Unterschied! Kann das in diesem Forum nicht näher erläutern. Aber Dein Kommentar ist zumindest gewöhnungsbedürftig.
Opal
Ja Musca, gerade bei Kindern ist das unerträglich.
Opal
Bin vor zwei Jahren bei uns im Clemenshospital zu ner Befundbesprechung wegen meiner Perikardzyste in der Pneumologie II gewesen und hab dem Oberarzt auch gesagt das ich Raucher bin. Danach hat er mich mitgenommen auf die Lungenkrebsstation ...
Amos
@Opal: das kann man nicht sagen. Es ist eine sehr ernste Erkrankung, die man aber möglicherweise mit der entsprechendenn Therapie in den Griff bekommt. Statistik ist eben Statistik!
Dorfdepp
@ Opal
Nicht nur er, wir sind alle dem Tode geweiht, manche früher, manche später. Aber nach dem Tod ist nicht Schluss, auch wenn das viele hier meinen.
Amos
Vielleicht darf ich mal Werbung machen, weil ich da ein wenig engagiert bin:
Musca
Sorry Amos, ich versuche es nochmal zu erläutern: Grundsätzlich wünsche ich keinem Menschen irgendein Leid. Aber ein von mir unbeliebter Politiker wird durch sein Leid nicht ein beliebter Politiker. Alles andere hat mit meiner Lebenseinstellung zu tun, wenn ich heute mit 57 Jahren den Löffel abgebe, kann ich sagen: ich habe gut und gerne und heftig gelebt, vielleicht ein wenig zu kurz, aber wirklich gut. Mein Bruder starb mit 3 Jahren an einer Immunschwäche, er kannte nur Krankheit in seinem kurzem Leben, das ist irgendwo nicht gerecht.
Amos
Lieber Musca: wo steht, daß das Leben gerecht ist oder sein soll? Ich denke, ich habe einiges gesehen und erlebt, auch in meiner Familie. Aber etwas zynisch bist Du schon, oder? Schau Dir meinen Link an, vielleicht kannst Du dann mein Engagement und das meiner verstorbenen Mutter verstehen.
Opal
Respekt Amos, Respekt. das ist genau der richtige Weg.
Musca
Lieber Amos, Hochachtung vor deinem Engagement, vor deinem Beruf, deiner Berufung. Aber bitte, wo bin ich zynisch? Ich bin emotional, das Leid von Kindern berührt mich mehr als das Erwachsener. hilft aber auch keinem Kind. Meinem darmkrebskranken Nachbarn stand ich immerhin in seinen letzten Wochen zur Verfügung, wir tranken Bier und rauchten zusammen auf meiner Terrasse, bis er halt nicht mehr konnte
elfigy
Ich kann nix zynisches an Muscas Beitrag finden. Eine meiner Schwiegertöchter ist Fachärztin für Pädiatrie auf einer onkologischen Station. Diese Kinder starten, wenn sie überleben mit einer schweren Hypothek. Wenn jemand mitte 50 eine lebensbedrohliche Krankheit hat, dann hatte er immerhin eine unbeschwerte Kindheit und im Fall von GW ein schönes und erfülltes Leben haben dürfen. Und das schreibe ich nicht als Außenstehende. Das habe ich so empfunden für mich, als ich noch nicht wußte, daß mein Krebs 100 % geheilt werden konnte. Ich dachte mir, wenn es das Ende ist, schön wars, ich hatte ein tolles Leben.
Dorfdepp
Ich fasse es einfach nicht, dass sich die Leute keine Gedanken über das Leben nach dem Tod machen. Das ist doch das Wichtigste, was wir hier tun können.
Amos
Sicherlich ist die bösartige Erkrankung eines Kindes ein sehr ernstes Thema. Und ich versuche da auch zu helfen. Aber grundsätzlich mache ich da keinen Unterschied. Wenn ich als Notarzt einer 90-Jährigen das Leben retten konnte, bin ich genauso zufrieden gewesen. Und das war nicht selten. Will es hier in diesem Forum nicht weiter ausbreiten. Geht auch nicht. Bin für entsprechende Diskussionen weiter gerne ansprechbar. Nur werden die sehr lang!
elfigy
wozu denn dorfdepp. Nach den Tod ist es einfach aus. Davon bin ich überzeugt. Diese Überzeugung muss man aber auch aushalten können. Ich glaube, wer sich an ein Jenseits klammert, der tut sich sicher leichter, sich mit seiner Endlichkeit abzufinden.
Amos
Liebe Elfi: mein Vater ist mit Mitte 50 gestorben. Ich war 22 und im 2. Semester. Ich fand das nicht witzig. Deswegen mein Beitrag Zynismus!
elfigy
Lieber Amos, das ist für die Angehörigen sehr bitter. Für den Sterbenden auch. Ich kann nur für mich sprechen, wie ich es für mich empfunden habe. Für meine Angehörigen wäre es sicher sehr traurig gewesen. Für mich selbst konnte ich gut damit umgehen. Leid hätten mir meine Angehörigen getan. Ich konnte aber trotzdem anerkennen, dass ich ein wundervolles Leben hatte und daß es nicht nur die andern trifft. So habe ich auch Muscas Beitrag verstanden. In der Zeit, in der diese Kinder fast dauerhaft im Krankenhaus sind, übrigens unglaublich tapfer, in dieser Zeit hatte ich eine unbeschwerte Kindheit, in der Masern schon schrecklich waren.
Dorfdepp
@ elfigy
Überzeugt darfst du natürlich sein. Ich habe eine andere Überzeugung, das lassen wir einfach so stehen. Aber was hältst du davon, wenn Stephen Hawking, den viele als den klügsten Mensch der Welt bezeichnen, behauptet, es gäbe nach dem Tod nichts mehr, das wisse er genau? Woher will er das wissen? Dazu müsste er als Wissenschaftler tot gewesen und wiedergekehrt sein, aber das ist er nicht. Seit dieser Aussage ist er für mich der dümmste Mensch auf der Erde.
Opal
Ich wäre 2012 fast an einer Lungenembolie verstorben, wenn die nicht innerhalb von ein paar Sekunden die Arterie wieder aufgemacht hätte. Seit dem sehe ich das Leben auch mit anderen Augen.
elfigy
@ Amos. Es ging mir nicht darum, was ein Mensch für die Gesellschaft wert ist. Was er für sie leistet. Es ging mir darum wie ein Mensch sein gesamtes Leben erlebt. Für sich selbst. Man hat sein Leben letztendlich für sich selbst. Natürlich ist es jeder Mensch in jedem Alter wert, gerettet zu werden. Allerdings bin ich so frei, ein paar Ausnahmen zuzulassen.
moonlady123456
Erbsenzählermodus an:

Leukämie nennt sich das.
Tuppsi
Ein wertvoller, zum Nachdenken anregender Thread - danke.