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Noch Fragen?

Frage Nummer 92109 kati191013

Muss ich bei vorzeitiger Kündigung mit schriftlicher Bestätigung des Arbeitgebers nachträgliche mit Schadensersatzansprüchen o.ä. rechnen?

Ich habe meinen Arbeitsvertrag fristgerecht gekündigt und meinen jetzigen arbeitgeber gebeten die Kündigung zu einem früheren zeitpunkt zu bestätigen. Muss ich ohne einen Aufhebungsvertag negative Folgen fürchten, auch wenn der Arbeitgeber die vorzeitige Kündigung schriftlich bestätigt hat? Wie sieht es in dem Fall mit dem Wettbewerbsverbot aus? In beiden Unternehmen bin ich als Führungskraft im Textileinzelhandel eingestellt.
Antworten (10)
Bester
Als Führungskraft sollte man dies wissen.
Dorfdepp
Wenn ein Arbeitsvertrag fristgerecht gekündigt wurde, sollte es keine Probleme geben. Wozu soll die Kündigung früher bestätigt werden? Was soll ein Aufhebungsvertrag? Den versucht man als Arbeitnehmer zu vermeiden, weil er im Lebenslauf auftaucht und in jedem Fall erklärungsbedürftig ist. Ein Wettbewerbsverbot kann der alte Arbeitgeber verhängen, was soll die Frage dazu hier, hat er oder hat er nicht? Alles wirr, was du hier schreibst. Solltest du wirklich eine Führungskraft sein, kann ich das neue Unternehmen nur bedauern.
elfigy
Welche negativen Folgen könnten das sein, wenn dein Arbeitgeber sich schriftlich einverstanden erklärt?
Ob du ein Wettbewerbsverbot hat, steht in deinem Arbeitsvertrag.
Die Frage wäre noch, hast du deinem jetzigen Arbeitgeber verschwiegen, dass du zur Konkurrenz gehst, als du in um vorzeitiges Ausscheiden gebeten hast?
Selbst dann kann weiter nichts passieren, wenn du kein Wettbewerbsverbot hast und dein Arbeitgeber hat schriftlich zugestimmt.
Alles was dann passiert ist, dass du dir einen schlechten Abgang verschafft hast und man wahrscheinlich keine gute Erinnerung an dich haben wird.
ing793
1) Kündigungsfrist: als Führungskraft solltest Du nicht mehr dem Tarif unterliegen. Dann steht Deine Kündigungsfrist im Arbeitsvertrag. Jedes frühere Ausscheiden bedarf einer schriftlichen Vereinbarung und de facto ist das ein Aufhebungsvertrag, egal was dadrüber steht.
2) Aufhebungsvertrag: solange Dein Arbeitgeber im Zeugnis bestätigt, dass Du das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlässt, das idealerweise noch bedauert und Dir beruflich (und als Krönung: persönlich) alles Gute wünscht, ist alles in Butter. Niemals nie nicht wirst Du Dein Kündigungsschreiben oder den Aufhebungsvertrag irgendwo vorlegen müssen, immer nur das Zeugnis.
ing793
3) Wettbewerbsverbot: wenn ein solches existiert, steht es in Deinem Arbeitsvertrag. Da steht auch, wie lange es dauert und wieviel Dein jetziger Arbeitgeber Dir in dieser Zeit bezahlen wird (ein Wettbewerbsverbot ohne Gegenleistung ist unwirksam). Wurde nichts vereinbart, kann auch keines verhängt werden.
4) Ich schließe mich meinen Vorrednern an: wenn Du das nicht weißt, bist Du als Führungskraft fehl am Platze.
Dorfdepp
Ein Meister kann als tariflich bezahlte Führungskraft arbeiten. Dann gelten auch die Kündigungsfristen.
ing793
@Dorfdepp: "Führungskraft im Textileinzelhandel" ist in aller Regel kein Meister. Es wäre schön, wenn Du die Antworten in Relation zu der Frage betrachten könntest (obwohl die natürlich weg ist, wenn man so weit heruntergescrollt hat).
Dorfdepp
@ ing793
Mit der Frage hatte ich schon längst meinen Frieden gemacht. Hier ging es um deine allgemein formulierte Aussage, dass eine Führungskraft nicht mehr im Tarif sein sollte. Aber auch Abteilungsleiter im Einzelhandel sind nicht automatisch AT.
ing793
@Dorfdepp: mir war gar nicht bewusst, wie allgemein man den Satz mit den Führungskräften verstehen kann.
Was ich aus meiner und verwandten Branchen kenne: eine "Führungskraft", die auch nur ansatzweise in Richtung Wettbewerbsverbot nachdenken muss, ist praktisch immer AT. Ein tariflicher Angestellter, und habe er auch Personalverantwortung, kann zum Ende der Kündigungsfrist gehen, wohin er mag.
Aus diesem Verständnis heraus habe ich den Satz formuliert.
Aber Du hast Recht, so allgemein gilt der Satz nicht..
Wobei: inhaltlich ändert das praktisch nichts an der obigen Aussage, mit Ausnahme dessen, dass die Kündigungsfrist nicht im Arbeitvertrag stehen muss, sonder das auch im Tarifvertrag erfolgen kann.
elfigy
Zum Verständnis, was manche Leute unter Führungskraft verstehen:
Ich kenne eine Frau, Abteilungsleiterin in einer Modehauskette, Aufgabe: Überwachung der von der Geschäftsleitung vorgegebenen Warenpräsentation. Sonst keine Befugnisse. Vollzeit, verdienst 1550.- € netto, bezeichnet sich allen ernstes als Führungskraft.
Die gute Frau sagt sogar, sie wäre im Management der Firma X.
Soviel dazu, wir dürfen die Fragen nicht immer mit unserem Verständnis der Sachlage betrachten.