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Frage Nummer 3000113109 Gast

Realschulempfehlung trotz Gymnasialnoten

Hallo. Wir wohnen in Baden-Württemberg. Die Grundschulempfehlung steht nun an. Seine Noten sind in Deutsch 2- , Mathe 2+, Rest nur 1er oder 2er. Gesamtschnitt ca. 2+. Die Lehrerin, sehr anspruchsvoll, sagt er bekommt eine Realschulempfehlung. Grund er wäre bei neuen Aufgaben zu unsicher und nur bei Geübten sicher. Arbeitsverhalten ist gut, fleißig, Hausi immer gemacht und ordentlich. Dann denkt sie, obwohl ich sie korrigiert habe, Noten kommen nur durch Fleiß. Er ist schwach in Diktate und Grammatik hier muss er lernen. Mathe sitzt alle anderen Fächer wenig Lernaufwand für KA. Ansonsten lernt er nicht. Ich verstehe es nicht. Noch nie eine 3 irgendwo im Zeugnis gehabt. Sehe ich das falsch?
Antworten (14)
Lempel
Lieber Gast,
deine Frage zeigt mir, dass sich an deutschen Schulen in 60 Jahren nichts geändert hat.

Als ich zur Prüfung für's Gymnasium auf die Frage "Weshalb wachsen Äpfel nicht so groß wie Kürbisse?" antwortete "Die würden ja vom Baum fallen", sagte eine der beiden Prüferinnen, ich sollte mal nicht so kiebig sein.

Das Mädchen mit den goldenen Locken und blauen Augen neben mir, antwortete mit piepsiger Stimme "Gott würde das nicht zulassen."

Die beiden Prüferinnen sahen sich an und nickten.
Das Mädel ging auf's Gymnasium, ich nicht.

Meine kleine Geschichte hilft dir aber nicht weiter.
Auf der Realschule wird er ohne Aufwand einer der Besten sein, er wird Zeit haben für andere Dinge im Leben, als nur zu lernen, was man später sowieso nicht braucht.

Das bisherige Ende meiner akademischen Laufbahn?
Ich ging ins Ausland und erlangte mit über 40 Jahren meinen Bachelor of Arts.
Es geht, wenn man es wirklich will.

Ich wünsche dem Sohn viel Erfolg, Unterstützung seiner Eltern hat er ja.
Das hat nicht jeder.
ing793
Das Schöne ist, dass sogar in BW die Empfehlung nicht bindend ist. Es steht Dir frei, Dein Kind an einem Gymnasium anzumelden. Da gibt es dann wohl ein erweitertes Beratungsgespräch. Nicht wegen der Noten, die sind prinzipiell gymnasiumstauglich.
Allerding sollte man die Einschätzung des Lehrers nicht in Bausch und Bogen in den Wind schießen. Noten sind nicht alles, in meiner Grundschulklasse waren mehrere Einser-Schüler, die das Gymnasium dann nicht geschafft haben.
Vielleicht ist ein Kind ja prädestiniert für die Gemeinschaftsschule. Dort ist die Möglichkeit zum Abitur offen, aber auch andere Abschlüsse sind möglich.
elfigy
Lehrer haben auch die Weisheit nicht gepachtet.
Wende dich, wie schon geschrieben, an ein Gymnasium.
dschinn
Schicke das Kind aufs Gymme und gut ists...

Sonst hat es den lebenslangen Makel Realschule am Hals und wird dir ewig dankbar dafür sein.
Lempel
"lebenslanger Makel Realschule"
Unter den Talaren Mief von 1000 Jahren.
Wann bekommt Deutschland mal endlich internationalen Anschluss?
Hefe
Es gibt Eltern, die ihre Kinder auf die Realschule schicken, weil die Anfangsklassen im Gymnasium gross sind. Viele Schüler werden in den ersten beiden Jahren in die Realschule zurückversetzt. Dein Sohn ist gut aber bei neuen Aufgaben unsicher. Vermutlich will die Lehrerin ihn für die Realschule versetzen, weil die Klassen am Anfang kleiner sind. Vielleicht benötigt er mehr Selbstsicherheit, die in er in einer großen Klasse nicht lernen kann.
elfigy
vielleicht, vielleicht, vielleicht.
Ich kenne viele Lehrer, manche leben in einer eigenen Welt :-)
Und die Klassenstärken sind kein Kriterium. Wie schon geschrieben, lasst das Gymnasium entscheiden.
Diese Chance sollte man dem Kind geben. Die Kinder sind noch viel zu klein für diese Einteilungen. Von der Realschule ins Gymmi zu wechseln ist schwieriger als umgekehrt. Und manchmal ist es sogar besser, eine Klasse im Gymmi zu wiederholen.
Lempel
Was ein deutsches Abitur wert ist, sieht man ja an Evelyn Burdecki aus dem Dschungel.
StellaLuna
Ich habe mich jetzt mal angemeldet um antworten zu können. Vielen Dank für euer Feedback. Gemeinschaftsschule NIE NIEMALS, es ist für mich nur ein schlechter Hauptschulersatz. Keine Noten, kein Sitzenbleiben, keine Hausaufgaben, keine Lehrer die was vorgeben, viele Problemkinder. Also das geht gar nicht, für uns zumindest. An und für sich hätte ich nichts gegen die Realschule. Nur die Auswahl ist bei uns mehr als mager. Die Klassen sind hier übrigens in der Realschule größer, da der Zulauf viel größer ist und die Schulart weniger angeboten wird. Es gibt eine Private kath. Schule, sehr hohes Niveau würden wir aber nie reinkommen (da nicht getauft). Eine Mädchenschule, geht ja nicht. Eine Stadtschule, die vom Hörensagen sehr rau und voll ist. Mein Sohn ist ein sensibles Dorfkind. Meine Unterstützung hätte er auf jeden Fall. Wichtiger als die Schulart, finde ich fast das richtige Schulumfeld, dass man sich wohl fühlt. Die Lehrerin ist auch der Meinung ein 1er Schnitt für G8. Er wäre sozusagen ein G9 Kind, das es bei uns nicht gibt und deswegen Realempfehlung. Ich finde das arg hart. Ich habe mir jetzt ein Termin beim Gym geholt um mich dort nochmals beraten zu lassen, bei der ich die Begründung der Lehrerin anbringen möchte. Mein Bauch sagt was anderes... aber ich will ihn natürlich auch nicht überfordern. Er selbst ist nach diesen Aussagen auch total verunsichert (ich sprich immer alles mit ihm ab)
wokk
Du meinst, dass: "Es gibt eine Private kath. Schule, sehr hohes Niveau würden wir aber nie reinkommen (da nicht getauft). "

Hast du es wirklich versucht? Meine Tochter hat dort trotz allem meine Enkel erfolgreich angemeldet!
ing793
Du solltest dir von der Gemeinschaftsschule ein eigenes Bild machen, normalerweise ist da ziemlich genau in diesen Tagen ein Tag der offenen Tür.
Ihr habt noch G8? Die GS hat G9. Unterschätze den Vorteil nicht, den das bringt. Auch die spätere Aufteilung in verschiedene Leistungsstufen hat was.
Bei uns hat die Sache mit G9 der GS großen Zulauf auch guter Schüler gebracht, das "Chaos" - Image ist verschwunden.
Und ganz persönlich weiß ich, dass meine Schwester am Gymnasium wahrscheinlich untergegangen wäre, an der GS aber ihr Abi gemacht und anschließend studiert hat.
Tu es nicht einfach ab, sieh es dir sorgfältig an.
ing793
... und was die kath. Schule betrifft, stimme ich meinem Vorredner zu - Versuch macht kluch. Auch die sogenannten privaten Schulen bekommen öffentliche Leistungen und müssen bei freien Plätzen auch Schüler anderer Konfessionen aufnehmen.
Hefe
StellaLuna: 2 Anmerkungen. Vor vier erzählte mir eine Mutter über den Druck, der in 4. Klasse ihrer Tochter herrscht, um aufs Gymnasium zu kommen.
Eine Lehrerin berichtete, dass Akademikereltern sie gebeten haben, ihrem Kind Hausaufgaben für die Ferien mitzugeben. Du kannst dir vorstellen, welcher Druck in den ersten Klassen des Gymnasiums auf den Schülern lastet. Du kannst dir die Stimmung unter den Realschülern lastet, die vom Gymnasium abgehen mussten. Vielleicht solltest Du in dein Kind nicht noch mehr Wissen stopfen sondern mehr Selbstvertrauen beibringen.
Übrigens hat die meine Stadt erlebt, als zur Feier des Semersterbeginns die Neuen ausgerastet sind. Da war erst mal jeder Druck weg.
MikaSweet
Ich habe mich auch mit dem gleichen Problem herumgeschlagen und mir dieses Frage öfters gestellt. Schließlich bin ich auf das hier gestoßen ---> Klick

Doch sehr umfangreich alles und ich konnte mich über die verschiedenen Angebote dort gut informieren. Mir hat es geholfen. Vielleicht hilft es dir ja auch :-)