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rrankewicz

Steuervorteil durch Verluste?

Angenommen jemand verdient als Angestellter 100.000€ im Jahr. Nebenher ist er Teilhaber eines Cafés. Kann es für ihn tatsächlich von geldwertem Vorteil sein, wenn das Café (leichte) Verluste macht durch die Steuerabschreibungen?
Frage Nummer 36371

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Antworten (5)
starmax
Selbstverständlich. Innerhalb der sieben möglichen Einkunftsarten darf einmal im Jahr quergerechnet werden. Es gibt Einkommensmillionäre, die aus diesem Grund zeitweise keine Steuern zahlen - meist Verluste aus Vermietung und Verpachtung.
Die Methode eignet sich aber nicht unbegrenzt: Wenn durch dauernde Verluste fehlende Gewinnerzielungsabsicht erkannt wird, erklärt das Finanzamt den Betrieb rückwirkend zur Liebhaberei - mit dem Effekt, das alle Betriebsausgaben der letzten Jahre auf einen Schlag storniert und die Einnahmen voll versteuert werden müssen..
miele
Für die Steuererklärung werden die Enkünfte alle Einkunftsarten aufaddiert. Alles, was die Einkünfte erhöht, erhöht die Steuerlast, was die Einkünfte mindert, mindert die Steuerlast
rrankewicz
Die Antwort starmaxens scheint erschöpfend. Allerdings hatte ich mich gefragt, ob sich das nicht nur für Millionäre lohnt. Scheint aber wohl nicht so zu sein...
bh_roth
Teil 1:
Richtig, die Antwort von starmax ist perfekt. Aber deine Vermutung, es würde sich nur für Millionäre lohnen, teile ich nicht. Ich hatte früher berufsbegleitend ein gut gehendes Gewerbe, dort konnte ich in der Anfangszeit natürlich alle Anschaffungen geltend machen, sodass durch Abschreibungen über mehrere Jahre unter dem Strich ein Verlust zu verzeichnen war, der aber eigentlich Gewinn für mich bedeutete, weil ich von meinem versteuerten Einkommen aus der Hauptbeschäftigung weniger Steuern zu bezahlen hatte.
bh_roth
Teil2:
Dabei kann man Rechnungen, die im Dezember zu stellen wären, aber die "Bilanz" verhagelt hätten, ins neue Jahr ziehen, so dass die Betriebsbelastungen durch den Einkauf der Ware noch im alten Jahr, der Gewinn aus der Rechnung aber erst im neuen Jahr zu Buche schlagen. Man kann auch mehrere Jahre in Folge Verlust machen, ohne dass das Finanzamt einem vorhält, dass man keine Gewinnabsicht hätte, wenn die Linie nach oben zeigt, man also jedes Jahr weniger Verlust erwirtschaftet, und davon auszugehen ist, dass man im nächsten Jahr (welches es auch immer ist) in die Gewinnzone rutscht.