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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000126859 StechusKaktus

Studie des IW: Warum sind so viele Menschen wohlhabend?

Vor ein paar Tagen gab es eine Studie zur Einkommensverteilung der Menschen in Deutschland.
https://www.iwkoeln.de/presse/interaktive-grafiken/beitrag/wer-verdient-wie-viel.html
Aus Interesse gab ich das Gehalt einer Bekannten ein, die einen der Berufe hat, die stets als Beispiel für schlechte Bezahlung herangeführt werden (und bei deren Nennung der Arbeitsminister fast in Tränen ausbricht, häufig auch in Zusammenhang mit "Krankenschwester" und anderen "hart arbeitenden Menschen") : Berufsanfängerin bei der Polizei im mittleren Dienst.
Ergebnis: 73% der Bevölkerung sind weniger wohlhabend. Kann das sein? Was soll das? Welches Interesse steckt hinter einer solchen Statistik?
Antworten (11)
ing793
Du solltest auf jeden Fall noch mal die Zahlen prüfen - wenn ich das Nettogehalt für A7 eingebe, ist sie bei etwas über 50%.
StechusKaktus
Ich habe die Zahlung auf dem Konto angegeben. Keine theoretischen Werte. Echte.
ing793
Um 73% der Bevölkerung hinter sich zu lassen, braucht es ein Nettogehalt von 2500€. Selbst in Bayern verdient ein Berufsanfänger im mittleren Dienst BRUTTO 150€ weniger.
Entweder hat sie ziemlich hohe Schichtzulagen oder du hast den Monat mit dem Urlaubsgeld erwischt oder Anfänger verdienen ähnlich viel wie gestandene Polizisten mit zehn Jahren Berufserfahrung.
ing793
Inhaltlich ist man mit einem personenbezogenen Netto von 2500 Euro übrigens sehr gut dabei. Verteilt auf die Zahl der Haushaltsmitglieder komme ich da nicht dran, obwohl ich ziemlich gut verdiene.
Skorti
Liegt eine private Krankenversicherung vor?
Dann enthält der Überweisungsbetrag den Anteil des Arbeitgebers an der Krankenversicherung.
Ist die Person verbeamtet, ist in dem Betrag die Beihilfe enthalten.

Der Überweisungsbetrag entspricht nicht zwingend dem Nettogehalt.
Skorti
Krankenpfleger*inninen verdienen im Schnitt 2.800 Euro Brutto (ich hoffe die Statistik stimmt). Dies sollte Überstunden (sofern bezahlt) und Schichtzulagen enthalten.
Nach Abzug der Sozialversicherungen bleiben 2.270 Euro.
Je nach Steuerklasse bleiben 2.100 bis 2.200 Euro Netto im Monat.
StechusKaktus
Ihr könnt euch aber auch an Kleinigkeiten aufhängen! Ich denke, in dem genannten Betrag waren Überstunden dabei (die machen Polizisten aber fast immer). Es ist aber doch auch egal, ob jetzt 60% oder 73% "ärmer" sind.
Bei einem Beruf, der immer als einer der schlecht bezahlten gesehen wird. Wie kann es sein, dass so eine Bezahlung schon als überdurchschnittlich in dieser Statistik erscheint?
ing793
Weil sie es nach der Systematik ist.

Unterbezahlt ist nicht der alleinstehende Berufsanfänger mit 2500€ inclusive Schichtzulagen, sondern der Familienvater mit 3 Kindern, 15 Jahren Berufserfahrung und 3400€ brutto.
Zu hinterfragen wäre die Systematik, denn es geht anscheinend nur um Arbeitseinkommen, nicht um Kapitaleinkommen.
Und wenn alle Haushalte miteinbezogen werden, dann sind da auch z. B. viele Rentner dabei, deren Einkommen niedrig ist, die aber im Eigenheim wohnen und kein zweites Auto brauchen.
Dass wir ein paar Millionen Sozialhilfeempfänger und Niedriglöhner haben, macht es auch einfach, mit wenig Geld oben dabei zu sein.
ing793
Und das Interesse? Wenn quasi wissenschaftlich erwiesen ist, dass es mir besser geht, als meiner Vergleichsgruppe, dann kann ich mich nicht guten Gewissens beklagen.
rayer
Ist das eigentlich nicht mehr aus Dir rauszukriegen? Was soll das verfälschen der Studie? Die angegebene Website sagt: 73 % sind ärmer, nicht wie Du, weniger wohlhabend. Vielleicht begreifst Du es einfach nicht, die schlechter verdienende Bevölkerung ist einfach nicht wohlhabend, auch wenn es für 3 Mahlzeiten am Tag reicht.
StechusKaktus
Kennt ihr das? Sich unverstanden fühlen? Und das nach so vielen gemeinsamen Jahren (schnüff).