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StechusKaktus

War der Autogipfel der Gipfel der Frechheit?

Fassen wir kurz zusammen: ich habe ein Auto gekauft, was die Zulassungskriterien hinsichtlich des Schadstoffausstosses erfüllte. Später stellte sich heraus, dass die Autofirma getrickst hat und die zuständige Behörde zu dämlich den Trick zu erkennen. Deswegen erleide ich einen Vermögenschaden durch Abwertung meines Autos und es droht mir ein Fahrverbot. Nun bietet die Autofirma an, den Trick teilweise auszugleichen, sodass die Emissionswerte nicht mehr um das Sechsfache, sondern nur um das Vierfache überschritten werden.
Ist das Realsatire?
Frage Nummer 3000079593

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Antworten (8)
Rentier_BV
Nein, das ist Realität.

Das passiert in einer pluralistischen Gesellschaft, wenn dem "Fortschritt" (wer auch immer das definiert) keine Hemmnisse entgegenstehen.

Hauptsache es geht vorwärts, die Richtung ist egal.
hphersel
Irgendwie ist das Ganze typisch Deutsch.
Der Gesetzgeber schrieb ein Messverfahren vor, bei dem die Autos einen gewissen Anteil an Schadstoffen nicht überschreiten durften. Nirgendwo hat der Gesetzgeber ausdrücklich festgelegt, dass dieser Schadstoffausstoß auch im realen Fahrbetrieb eingehalten werden muss.
Auch wenn es saublöd klingt: Die eingesetzte Software ist NICHT illegal. Sie erfüllt den Buchstaben des Gesetzes, wenn auch nicht seinen Geist.

Zweiter Punkt: Okay, Diesel stoßen Stickoxide aus, und an vielbefahrenen Straßen ist bei bestimmten Wetterlagen der NOx-Gehalt in der Luft höher als erlaubt. Somit tun sich für mich drei neue Fragen auf:

1) Wieso ist der Grenzwert auf diese Höhe festgelegt? Gibt es belastbare (!) Zahlen, die die Gesundheitsgefährung objektiv belegen? Ich habe bisher noch keine gefunden, nur reißerische, aber inhaltsleere Schlagzeilen.

2) Stoßen nur Dieselmotoren diese Schadstoffe aus? Ich denke an Häuser mit Ölheizungen - und davon gibt es sehr viele - , die meines Wissens grundsätzlich nicht über eine Harnsäure-Einspritzanlage verfügen und daher ebenfalls ungefiltert NOx in die Luft blasen? Es wäre interessant, diese Zahlen mal mit den Autozahlen zu vergleichen.

3) Was tun die Städte, um den vorhandenen Verkehr nicht auszubremsen? Ich denke an Köln, wo Ampelschaltungen ganz bewusst so konzipiert sind, dass die Autofahrer im Stau stehen, damit ihnen nach Möglichkeit die Lust vergeht und sie auf den ÖPNV umsteigen. Durch den Stau werden aber unnötigerweise Abgase erzeugt.

Mein Fazit: Wer auf die bösen Autobauer und die schmutzigen Diesel eindrischt, hat ideologische - nicht rationale - Motive und / oder seine Hausaufgaben nicht gemacht.
StechusKaktus
Nicht "deutsch". Europäisch...
aus "der Bund" vom 27.04.2017:

"...Hinzu kam, dass die Autoindustrie ein gesetzliches Schlupfloch fand. Der Prüfstandtest musste laut Vorschrift bei einer Umgebungstemperatur von 20 Grad absolviert werden. Also griffen Ingenieure zu einem Trick: Bei Daimler zum Beispiel schaltet die Abgasreinigung unter 10 Grad ab, bei Opel bereits unter 17 Grad. Bei den Wagen anderer Hersteller wie Audi oder Fiat geschieht die Abschaltung nach 22 Minuten – der Prüfstandtest dauert jedoch nur 20 Minuten. Das wurde bisher nach EU-Emissionsverordnung nicht als illegal eingestuft.:::
"
Musca
ich würde es nicht als Realsatire bezeichnen, es ist ein Breitband-Beschiss. Jeder, welcher es irgendwie kann, sollte auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, und damit Druck ausüben auf die Autohersteller und (!! ) das öffentliche Verkehrsnetz.
Wir, die Kunden, haben es in der Hand, wir diktieren wo es lang geht.
hphersel
erkläre mir bitte, wieso Druck auf den ÖPNV entstehen soll, wenn die Leute ihn plötzlich vermehrt benutzen. Eher ist das Gegenteil der Fall, ein klassisches Beispiel für die Preiskorrelation zwischen Angebot und Nachfrage. Wenn die Nachfrage größer ist, kann der Preis erhöht werden, ohne die Nachfrage befriedigen zu müssen. Wer sich das dann nicht leisten kann, hat halt Pech gehabt.

Oder habe ich Dich da falsch verstanden?
dschinn
Öffentliche?

hahahahaha

Das mag in der Stadt funktionieren... hier aufn Land sind die möglichen Verbindungen unterirdisch grottig.
2,5 Stunden für eine Autostrecke von 50 km.

Da wäre man mit Tretroller noch besser dran.
hphersel
ing ung dschinn, wir sind uns einig. Ich habe ja auch Musca gemeint, als ich nachfragte, was mit "Druck ausüben" gemeint ist bzw wie das funktionieren soll. Ich kann mir das nämlich genauso wenig vorstellen wir ihr. Auch bei uns ist der ÖPNV teuer und ineffizient, aber für viele Menschen mangels Alternative unverzichtbar. Und die BEschwerden dieser Menschen werden von ÖPNV-Verantwortlichen locker weggelächelt, ohne dass sich etwas ändert, eben weil diese Leute trotzdem ÖPNV nutzen (müssen) und keine Alternative haben, egal wie mies der ÖPNV ist.
Aber wir haben diesen Thread mit dem Diesel angefangen. der ÖPNV ist eine ganz andere Baustelle, für die sich vielleicht ein eigener Thread lohnt.
dschinn
einverstanden