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"Charlie-Hebdo"-Wagen gestoppt: Kölner Karnevalisten räumen Fehler ein

Mit dem Kölner "Charlie-Hebdo"-Wagen wollten Kölner Karnevalisten ein Zeichen gegen den Terror setzen. Dann verließ das Festtagskomitee der Mut, sie sagten den Wagen ab - und werden nun ausgebuht.

Das war Siegermotiv für den Kölner Karnevalswagen zum Thema Meinungsfreiheit. Doch auf die Straße darf es nicht.

Das war Siegermotiv für den Kölner Karnevalswagen zum Thema Meinungsfreiheit. Doch auf die Straße darf es nicht.

Nach dem Stopp des "Charlie-Hebdo"-Wagens hat das Festkomitee Kölner Karneval Fehler eingestanden. "Vielleicht hätten wir auf die absolut öffentliche und transparente Abstimmung des Motivs verzichten sollen", hieß es am Freitag in einer Erklärung. Der Wagen war per Facebook-Abstimmung gekürt worden und sollte einen Jeck mit Pappnase zeigen, der das Gewehr eines Terroristen mit einem Buntstift verstopft.

In den Medien habe sich daraufhin eine Diskussion über angebliche Sicherheitsrisiken durch diesen Wagen entwickelt. "Im Ergebnis setzte am Mittwoch eine Welle der Angst ein", hieß es in der Erklärung. "Wir reagieren also nicht auf etwaige Drohungen, wir reagieren auf die Ängste und Sorgen der Menschen."

Der Stopp des Wagens war vor allem auf der Facebook-Seite des Kölner Karnevals heftig kritisiert worden. Kabarettist Jürgen Becker hatte gesagt, statt öffentlich über den Wagen abstimmen zu lassen, wäre es besser gewesen, wenn mögliche Attentäter vorher gar nicht gewusst hätten, dass es ihn geben würde. Am Freitag stellte das Festkomitee die Entwürfe der anderen Rosenmontags-Wagen vor.

jube/DPA / DPA
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