Arnold Schwarzenegger Der Terminator und die heißen Frauen


Als Terminator konnte ihn niemand besiegen, als Gouverneur schießt er sich selber in den Fuß: Arnold Schwarzenegger sorgt mitten im kalifornischen Wahlkampf mit einer peinlichen Entgleisung für Schlagzeilen.

Erst Bodybuilder und Actionstar, dann Gouverneur und nun Ethnologe: Arnold Schwarzenegger hat sich auf fremdem Gebiet versucht und ist dabei tief ins Fettnäppchen getreten. Bei einer Sitzung mit engen Mitarbeitern hatte sich der kalifornische Gouverneur über die einzige lateinamerikanische Abgeordnete im Bundesstaat ausgelassen. Zunächst versuchte der politiker-gewordene Terminator, ihre Nationalität zu bestimmen. Er sagte: "Vielleicht ist sie Puertoricanerin, das ist wie bei den Kubanern". Und dann folgten die Worte, die Schwarzenegger nun reichlich Spott einbringen: "Sie sind alle sehr heiß. Die haben einen Teil schwarzes Blut in sich und einen Teil Latinoblut, und das zusammen macht es aus."

Soweit die Expertise Schwarzeneggers. Sein Pech: Seine Aussagen wurden von einem Mitarbeiter aufgenommen, die Kassette ist dann bei der Tageszeitung "Los Angeles Times" gelandet. Das linksliberale Blatt, das seit Jahren mit Schwarzenegger im Clinch liegt, hat daraus prompt eine Titelgeschichte gemacht. Für den gebürtigen Österreicher höchstnotpeinlich, schließlich will er am 7. November wiedergewählt werden. In seinem Wahlkampf versucht er sich, staatsmännisch zu geben, um sein Image als unbeholfener Ex-Filmstar abzulegen.

Peinlicher als Paris Hilton

Zwar hat sich Schwarzenegger bei der angesprochenen Abgeordneten Bonnie Garcia entschuldigt, die folgenden gehässigen Kommentare konnte er jedoch nicht verhindern. Steve Lopez, Kolumnist der Los Angeles Times, sah sich zu einem Vergleich der Sommer-Peinlichkeiten in Kalifornien veranlasst. In dieser kleinen Rangliste landete Schwarzenegger vor Paris Hilton und ihrer Trunkenheitsfahrt auf Platz eins. Im Vergleich zum Gouverneur sei das Benehmen des Party-Girls sogar noch "anspruchsvoll". Auch spekuliert Lopez, ob Schwarzenegger mit "heiß" wirklich nur das Temperament der Abgeordneten meinte. Denn, so Lopez, "es ist möglich, dass er ganz einfach 'heiß' meinte. Er ist schließlich er, wer er ist".

Diesen schlüpfrigen Interpretationen hat Schwarzenegger in den vergangenen Jahren Tür und Tor geöffnet. Abgeordnete bezeichnet er schon mal als "mädchenhafte Typen" und "Verlierer", protestierenden Krankenschwestern drohte er an, ihnen "in den Arsch zu treten". Zudem hatten ihn vor seiner Wahl im Herbst 2003 ehemalige Filmpartnerinnen beschuldigt, dass sie der berühmte Star angegrapscht habe. Schwarzenegger entschuldigte sich, er habe sich eben "manchmal schlecht benommen".

Der politische Gegner reibt sich die Hände. Der Sprecher der kalifornischen Demokraten antwortete mit Genuss auf die Frage, ob er etwas mit dem Auftauchen des Kassette zu tun habe: "Man kann mich doch nicht für jedes Blödsinnigkeit, die der Gouverneur sagt, verantwortlich machen." Natürlich ließ auch Phil Angelides, Schwarzeneggers demokratischer Konkurrent um den Gouverneursposten, diese willkommene Gelegenheit zu einer Attacke nicht aus. "Wieder einmal hat Gouverneur Schwarzenegger eine Sprache gebraucht, die tief beleidigend für alle Kalifornier und peinlich für unseren Staat ist."

Garcia reagiert gelassen

Der Popularität des "Gouvernators" scheinen die Eskapaden aber nicht geschadet zu haben. In den Wahlumfragen führt er deutlich, und die angesprochene Abgeordnete Garcia reagierte gelassen auf die Aussagen. Sie liebe es, sich als leidenschaftliche und heißblütige Latina zu präsentieren, besonders wenn es um politische Themen gebe. "Es macht mir nichts aus, dass er (Schwarzenegger) weiß, dass ich eine Leidenschaft für meine Themen habe, und es macht mir nichts aus, dass er mich genau das sagen lässt, was in meiner Gemeinde in den Köpfen der Menschen vorgeht", sagte sie.

Doch dem Ex-Actionstar scheinen seine eigenen Worte peinlich zu sein. Zerknirscht gab er zu: "Wenn meine Kinder so etwas sagen würden, wäre ich sauer."

Malte Arnsperger

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