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Attentat: New Yorker Politiker niedergeschossen

Im New Yorker Rathaus ist ein Abgeordneter während einer öffentlichen Sitzung erschossen worden. Die Polizei tötete den Attentäter.

Bei einer spektakulären Schießerei im New Yorker Rathaus ist am Mittwoch ein Abgeordneter, der sich dem Kampf gegen die Gewaltkriminalität verschrieben hatte, von einem politischen Widersacher umgebracht worden. Der Schütze wurde von einem Polizisten erschossen. Die Bluttat geschah vor den Augen dutzender Rathausbesucher und Mitglieder des Stadtrates.

"Große Tragödie"

In New York war nach den Schüssen im Rathaus zunächst der Alarm für mögliche Terrorangriffe ausgelöst worden. Zwei Brücken und alle Straßen in der Nähe des Rathauses, das nur wenige Gehminuten vom Ground Zero, dem ehemaligen Standort des zerstörten World Trade Centers, entfernt liegt, wurden gesperrt. Der Verkehr im Süden von Manhattan kam für etwa eine Stunde zum Stillstand. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sprach von einer "großen Tragödie" für die Stadt.

Zum Tathergang hatte es über Stunden widersprüchliche Angaben gegeben. Bloomberg bestätigte schließlich, dass der 41-jährige Abgeordnete James Davis seinen Mörder selbst mit ins Rathaus gebracht und ihn an der Waffenkontrolle vorbeigeleitet hatte. Von der Besuchergalerie aus feuerte der 31-jährige Othniel Askew dann während einer Sitzung des Stadtrates mehrere Schüsse auf den Abgeordneten, bis ein Polizist den Attentäter niederstreckte.

Engagiert gegen Gewalt

Der Mann hatte sich als Kandidat für bevorstehende Stadtratswahlen einschreiben lassen, bei denen er gegen Davis antreten wollte. Der afroamerikanische Abgeordnete war früher Polizist. Als Politiker hatte er sich ebenso gegen Polizeibrutalität wie gegen die Gewaltkriminalität in New York engagiert.

Stärkere Kontrollen

Bloomberg ordnete eine Verschärfung der Waffenkontrollen im Rathaus an. "Künftig geht hier jeder durch die Metalldetektoren, auch ich", sagte er. Bislang waren Abgeordnete davon ausgenommen. Hunderte Rathausmitarbeiter und Besucher hatten sich während des Schusswechsels fluchtartig in Sicherheit gebracht. Ein Augenzeuge sprach von "chaotischen Zuständen".

DPA