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Ausschreitungen in Baltimore: Jetzt spricht die Mutter, die ihr Kind nach Hause prügelte

Aufgebracht haut sie auf den Jungen ein, der Polizisten attackiert. Das Video der verärgerten Frau aus Baltimore, die ihren Sohn verjagt, begeistert die USA. Nun hat sich die Mutter dazu geäußert.

"Vergesst die Nationalgarde, schickt die Mütter rein" - für die "New York Post" ist die verärgerte Mutter von Baltimore eine Art Vorbild

"Vergesst die Nationalgarde, schickt die Mütter rein" - für die "New York Post" ist die verärgerte Mutter von Baltimore eine Art Vorbild

Er wusste, dass er in Schwierigkeiten steckt", sagt Toya Graham am Tag danach. Womit sie eindeutig Recht hat. Die Frage ist nur: In welchen Schwierigkeiten genau? Dass ihr Junge dabei war, Steine auf Polizisten zu werfen? Oder dass er dabei von seiner Mutter ertappt wurde? Jedenfalls: In einem kurzem Video zeigt Mutter Toya, welche Schwierigkeiten man mit ihr bekommen kann.

Tatort Baltimore. Seit zwei Tagen und Nächten liefern sich Demonstranten und Polizisten Straßenschlachten#. Grund für die Unruhen ist der Tod von Freddie Gray, ein junger Schwarzer, der bei seiner Festnahme möglicherweise derart verletzt wurde, dass er eine Woche später starb.

In dem Clip ist nun zu sehen, wie Toya Graham entschlossen auf einen jungen, maskierten Demonstranten zuläuft, ihn am Schlafittchen packt, ein paar Ohrfeigen austeilt. Sie schimpft, zerrt und schuppst den Unruhestifter, reißt ihm die Kapuze und die Maske vom Gesicht. Irgendwann gibt er auf und schleicht mit hängendem Kopf davon. Das Opfer von Toyas Wutausbrauch ist ihr eigener Sohn.

That awkward moment your mom catches you rioting ???? #baltimore #baltimoreriots #prayforthiskid

Ein von Karla H.??? (@ine3) gepostetes Video am


"Ich wollte nicht, dass er ein zweiter Freddie Gray wird", sagte die wütende Mutter dem US-Sender CBS. Toya hat sechs Kinder, der Junge ist ihr einziger Sohn. "Als ich ihn erkannte war ich wütend und schockiert. Niemand möchte mit ansehen müssen, dass sein Kind so etwas macht." Mit so etwas meint sie: Beamte mit Steinen attackieren. Das habe nichts mit Protesten für mehr Gerechtigkeit zu tun. Für so etwas habe sie null Toleranz, sagt sie, "und jeder, der mich kennt, weiß, dass ich da auch nicht mit mir reden lasse."

16 Jahre ist der Junge. In einem Alter, in dem sie ihm manchmal nicht aus dem Haus lässt. "Ich will ihn einfach nur beschützen", sagt Toya. Auch ihre Tochter Tameka hat sich über den Vorfall geäußert und zeigt Verständnis: "Unsere Mutter war schon immer aus hartem Holz geschnitzt. Und mein Bruder ist nicht einmal undankbar für die Szene, die ihm Mutter gemacht hat. Schließlich wollte sie nur sein Leben retten."

Am Ende zeigte sich auch die Polizei beeindruckt von Toyas Einsatz. "Ich wünschte, es gäbe mehr Eltern, die sich so um ihre Kinder kümmern würden", sagte Anthony Batts, Kommissar in Baltimore. Und die Zeitung "New York Post" machte aus der Angelegenheit gleich eine Einsatzempfehlung: "Vergesst die Nationalgarde - schickt die Mütter rein", witzelte das Blatt in der Mittwochsausgabe.

Niels Kruse
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