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Bluttat von Ansbach: Das gefährliche Profil des Amokläufers Georg R.

Der Amokläufer von Ansbach galt in der Nachbarschaft als "normaler Junge". Parallelen zu Tim K. drängen sich auf. Das Opferbündnis von Winnenden ist alarmiert und kritisiert die Politik.

Von Malte Arnsperger

Ansbach am Donnerstag, dem Tag der Tat. Ein graues, dreistöckiges Reihenhaus an einer Ausfallstraße. Schräg gegenüber liegt eine Tankstelle, daneben ein Reifenhandel. Eine Top-Wohnlage ist das nicht, sondern eine anonyme Gegend mit gesichtslosen Hausfassaden, eine Mittelschichtsgegend.

Auch die Familie R. wohnt hier. Nachbarn berichten, vor rund 25 Jahren sei Hubert R., damals ein Beamter, heute ein Maler, mit seiner Frau Jutta, die in der Finanzverwaltung arbeitet, in das Haus gezogen. Die R.s bekommen schnell Nachwuchs, erst Hannah (heute 20), dann Georg (18), dann Luzia (heute 17). "Georg war nie aggressiv, ein ganz normaler fröhlicher Junge", sagt Franz G. Er ist ein paar Jahre älter als Georg. Früher spielte er mit ihm im Garten auf der Hausrückseite Fangen und Verstecken. "Georgs Eltern waren immer sehr nah an ihren Kindern und haben sich wirklich um sie gekümmert", berichtet Franz' Vater Erich G. Irgendwann trennten sich die R.s. Die Mutter zog in eine Doppelhaushälfte wenige hundert Meter vom Vater entfernt. "Der Georg war aber oft bei seiner Mutter", berichtet Else G., Franz' Mutter. "Die Familie schien sich auch weiter gut zu verstehen. Ich frage mich wirklich, wie es dazu kommen konnte."

Parallelen zu Winnenden

Dabei ist Georg R.s Tat der zweite, brutale Amoklauf in Deutschland innerhalb eines Jahres. Im März hatte der 17-jährige Tim K. in Winnenden und in Wendlingen 15 Menschen getötet, bevor er sich selbst erschoss. Die Frage drängt sich auf, ob sich bei den Täterprofilen von Winnenden und Ansbach Gemeinsamkeiten, Muster erkennen lassen, die Aufschluss darüber geben, wie Eltern, Lehrer, Behörden potenziellen Täter früher erkennen und das Schlimmste verhindern können.

Denn Gemeinsamkeiten gibt es offensichtlich: Georg R. und Tim K. entstammen beide einer scheinbar heilen, provinziellen Welt, beide waren sie Außenseiter, beide waren zumindest zeitweise in psychologischer Behandlung.

Dabei sticht die Außenseiterrolle hervor. So berichtet eine Schülerin des Ansbacher Gymnasiums einem Fernsehsender, Georg R. sei oft im schwarzen Mantel herumgelaufen. Sie habe ihn als abstoßend empfunden, bei Mädchen sei er sehr unbeliebt gewesen. Nach Erzählungen anderer Mitschüler blitzte Georg R. vor kurzem bei einem Mädchen ab. Ob er es bei seinem Amoklauf vor allem auf weibliche Opfer abgesehen hat, ist unklar. Auch Tim K. litt offenbar unter Hänseleien seiner Mitschülerinnen, laut psychologischem Gutachten entwickelte er abnorme Sexualfantasien und strebte die Macht über jene Frauen an, die ihn angeblich so erniedrigten. "Einige der Amokläufer waren nicht gerade der Star unter den Mädchen und fühlten sich auch dadurch in ihrem Selbstwert gekränkt", sagt Jens Hoffmann, Kriminologe von der Technischen Universität Darmstadt, der sich mit den Faktoren auseinandergesetzt hat, die einen Amoklauf auslösen können. "Es gab in solchen Fällen immer wieder Zurückweisungen von Mädchen. Oft noch kurz vor der Tat."

"Amokläufer fallen nicht vom Himmel"

Aber es gibt noch weitere Parallelen. Sowohl Georg R. als auch Tim K. haben vor ihren jeweiligen Taten Warnsignale ausgesendet. Tim K. war ein Jahr vor seinem Amoklauf in psychologischer Behandlung gewesen und sprach dort über seine Gewaltphantasien. Seiner Therapeutin sagte Tim K., er habe "Gedanken, Menschen umzubringen". Auch Georg R. soll sich seit einiger Zeit in einer Psychotherapie befunden haben. Nähere Informationen über Art und Umfang der Behandlung gibt es jedoch noch nicht.

Ob diese Gemeinsamkeiten zu irgendwelchen konkreten Schlüssen oder Lehren führen können, ist noch völlig offen. Gisela Mayer jedenfalls ist überzeugt, dass Amokläufe verhindert werden können. "Es ist falsch, dass man die Täter nicht im Vorfeld erkennen kann", sagt die Sprecherin des Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden stern.de. "Diese Amokläufer fallen nicht vom Himmel."

Mayer, selber Lehrerin, verlor ihre Tochter beim Amoklauf in Winnenden. Nachdrücklich fordert sie Maßnahmen zu ergreifen, um solche Taten zu verhindern. Zuerst müssten an den Schulen die Voraussetzungen dazu geschaffen werden. "Auf der einen Seite müssen endlich die Lehrer an allen Schulen zur Früherkennung befähigt werden. Sie müssen so geschult werden, damit sie die psychischen Probleme der Kinder sofort erkennen und reagieren können." Darüber hinaus fordert Mayer die Verbesserung der Sicherheitssysteme an den Schulen. Diese beiden Schritte könnten kurzfristig geschehen. Langfristig gehe es darum, Schüler zu einem respektvollen Umgang miteinander zu erziehen. "Problem- und Konfliktlösung muss an den Schulen geübt werden. Wir brauchen ein Fach Sozialkompetenz. Der Amoklauf von Ansbach sollten wir als Hinweis nehmen, dass das Problem nicht beseitigt ist und wie unsere Anstrengungen nochmal intensivieren müssen."

Testament auf den 11. September datiert

Mittlerweile ist bekannt, dass Georg R. ein Testament hinterlegt hat, datiert auf den Jahrestag des Terroranschlags auf das World Trade Center in New York. Das handschriftliche Testament sei in der Wohnung des 18-Jährigen gefunden worden und trage das Datum 9/11, sagte Staatsanwältin Gudrun Lehnberger am Freitag in Ansbach. Auf einem Kalenderblatt vom Donnerstag, 17. September, stehe "Apocalypse today". Aus dem Testament ergebe sich kein Hinweis auf den Amoklauf. Die Tat war geplant, auch wenn das Motiv noch unklar ist. "Was ihn zum Ausrasten bewogen hat, weiß niemand", sagte Generalstaatsanwalt Klaus Hubmann.

Doch im Unterschied zu Tim K., der sich am Ende seines Amoklaufes selber das Leben nahm, überlebte Georg R. seine Tat. Er kann also dazu vernommen werden und erklären, was ihn bewogen hat, mit Brandsätzen und einer Axt Angst und Schrecken an seiner Schule zu verbreiten.

Mitarbeit: Anika Baldzun
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.