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Boston-Marathon beendet: Tausende laufen zu Ehren der Opfer

Über 2000 Menschen haben in Boston die letzten Kilometer bis zur Ziellinie zurückgelegt und den Marathon vom 15. April beendet. Angehörige und Opfer des Bombenanschlags gedachten so der Opfer.

Fast sechs Wochen nach dem Attentat auf den Bostoner Marathonlauf sind über 2000 Menschen am Samstag die letzten noch fehlenden Kilometer des damals abgebrochenen Wettlaufs gerannt. Somit wurde der Marathon symbolisch beendet. US-Medien zeigten Bilder einer großen Läufergruppe, die drei US-Flaggen und eine chinesische Fahne in Erinnerung an die Opfer trug. Sie überquerten nach einem gut eineinhalb Kilometer langen Lauf die Ziellinie, an der am 15. April zwei Sprengsätze explodiert waren. Bei der Explosion waren zwei Amerikaner und eine Chinesin getötet worden, ein Polizist kam bei der Verfolgung der mutmaßlichen Täter einige Tage später ums Leben. Mehr als 260 Menschen wurden verletzt.

Der Lauf war von mehreren Firmen sowie Läufergruppen unter dem Namen "OneRun" organisiert worden. Der Rest-Marathon stand unter dem Motto "Wir werden auch zu Ende laufen", wie die Zeitung "Boston Globe" berichtete.

Opfer und Angehörige beenden Lauf

Auch kalter Nieselregen hielt nach US-Medienberichten die Marathonläufer nicht davon ab, jetzt den letzten Streckenabschnitt zurückzulegen. Auch Opfer und Angehörige hätten sich beteiligt – und Läufer, die es seinerzeit über die Ziellinie geschafft hatten, bevor die Bomben explodierten.

Den Anschlag sollen die beiden tschetschenischen Brüder Tamerlan und Dschochar Zarnajew verübt haben. Der 26-jährige Zarnajew war wenige Tage danach bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei ums Leben gekommen. Sein 19-jähriger Bruder Dschochar wurde mit schweren Verletzungen festgenommen, ihm droht bei einem Prozess vor einem Bundesgericht die Todesstrafe. Die Ermittler gehen von einem islamistischen Hintergrund der Tat aus.

mme/AFP/DPA / DPA
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