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Bundeswehr: Ministerium bestreitet Trinkproblem in der Truppe

Alkoholkonsum bis zum Erbrechen und rohe Schweineleber - die Mutproben in der Mittenwalder Kaserne und anderswo zeugen für den Wehrbeauftragten Reinhold Robbe von einem Alkoholproblem nach Dienstschluss. Das Verteidigungsministerium betrachtet die Vorfälle hingegen als Ausnahme.

Das Verteidigungsministerium hält Alkoholexzesse in der Bundeswehr für Einzelfälle. "Von einem generellen Problem können wir im Moment nicht sprechen", sagte Sprecher Steffen Moritz. Fälle wie die schockierenden Aufnahmerituale in Mittenwald müssten dennoch "sehr ernst genommen werden".

In der vergangenen Woche war bekanntgeworden, dass Neulinge einer Einheit in der bayerischen Kaserne den "Fuxtest" über sich ergehen lassen mussten, zu dem das Essen roher Schweineleber und Alkoholkonsum bis zum Erbrechen gehört.

Wehrbeauftragter sieht generelles Alkoholproblem

Am Wochenende hatte der Bundestags-Wehrbeauftragte Reinhold Robbe gesagt, dass es auch in anderen Kasernen zu Exzessen gekommen sei. Außerdem machte er ein generelles Alkoholproblem bei der Bundeswehr aus: "Ich habe den Eindruck, dass es bei bestimmten Truppenteilen unserer Bundeswehr nach Dienstschluss ein Alkoholproblem gibt, das wir entschieden bekämpfen müssen." "Koma-Saufen" dürfe es bei der Bundeswehr nicht geben.

Moritz sagte, von Exzessen an weiteren Bundeswehr-Standorten sei ihm nichts bekannt. Eine generelle Untersuchung der Problematik lehnte er ab. "Es gibt im Moment keine Pläne, jetzt eine grundsätzliche Kommission dazu einzusetzen", sagte er. Nach Angaben von Robbe hatten sich bei ihm - nach der Eingabe eines Soldaten in Mittewald - noch weitere Soldaten gemeldet und von "Ritualen" bei der Bundeswehr berichtet.

DPA / DPA