Fall Maddie McCanns starten neue Kampagne


Während die Polizei laut Medienberichten erneut Kate McCann, die Mutter der vor vier Monaten in Portugal verschwundenen Maddie, verhören möchte, ließen die McCanns verkünden, dass sie eine neue Medienkampagne starten. Anzeigen in Zeitungen und Fernsehen sollen neue Hinweise bringen.

Die Eltern der in Portugal verschwundenen Madeleine starten eine neue Öffentlichkeitskampagne. Bis zu 80.000 Pfund (116.000 Euro) sollten für Zeitungsanzeigen, Fernsehspots und Plakate ausgegeben werden, erklärte der Bruder des unter Verdacht stehenden Vaters Gerry McCann am Samstag nach einem Bericht der Nachrichtenagentur PA. Bei der Kampagne werde man sich auf Spanien, Portugal und andere Teile Europas konzentrieren. "Im Namen der Familie McCann und des Madeleine-Fonds möchte ich sagen, wie dankbar wir für die Großzügigkeit und die Unterstützung der Menschen sind", hieß es in einer Stellungnahme von John McCann, der die Leitung des Spendenfonds übernommen hat. "Hauptziel des Madeleine-Fonds ist es, bei der Suche nach Madeleine nichts unversucht zu lassen." Er hoffe, dass die Öffentlichkeit die Suche nach dem vierjährigen Mädchen auch weiterhin unterstütze.

Eine Sprecherin der Familie sagte am Samstag, Kate und John McCann bereiteten sich auf die weiteren polizeilichen Ermittlungen vor. Die Eltern, die von der Polizei zu Verdächtigen erklärt wurden, trafen sich am Freitag in London mit Anwälten und Medienexperten. Beide hofften, zur Ruhe zu kommen und mit ihren zweijährigen Zwillingen Sean und Amelie ein Stück zum Alltag zurückkehren zu können, sagte die Sprecherin. Das Ehepaar wolle erst wieder nach Portugal fahren, wenn es von der Polizei dazu aufgefordert werde. Der Druck auf die Eltern sei immens.

Portugiesische Zeitungen berichteten am Freitag, die Polizei ermittle, ob die Eltern möglicherweise Komplizen gehabt hätten, die bei der Beseitigung von Madeleines Leiche geholfen haben könnten. Die Ermittler hätten eingeräumt, dass die Leiche möglicherweise "nicht mehr existiert". Eine Theorie sei, dass die Leiche in einem mit Steinen gefüllten Sack ins Meer geworfen worden sei. Dies könnte vom Boot eines britischen Seglers geschehen sein, das nicht weit entfernt von Praia da Luz im Hafen von Lagos liege. Aus Ermittlungskreisen verlautete, im Mietwagen der McCanns sei "Körperflüssigkeit" gefunden worden, die zu 88 Prozent mit Madeleines genetischem Profil übereinstimme. Dabei habe es sich aber nicht um Blut gehandelt. Madeleines Eltern hatten das Auto 25 Tage nach dem Verschwinden ihrer Tochter gemietet. Toxische Untersuchungen hätten ergeben, dass Madeleine Schlaftabletten zu sich genommen habe, berichtete die französische Zeitung "France Soir" am Freitag unter Berufung auf nicht genannte Quellen in Portugal.

Madeleine war am 3. Mai aus einem Ferienappartement an der Algarve-Küste verschwunden. Ihre Eltern wurden als Verdächtige benannt und kehrten vergangenes Wochenende nach Rothley in Mittelengland zurück.


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