Fall Madeleine Eltern dürfen in der Heimat aussagen


Die Eltern der verschwundenen Madeleine werden nicht in Portugal vernommen. Der zuständige portugiesische Richter sagte, dies könne die britische Polizei übernehmen - ein äußerst ungewöhnlicher Vorgang.

Eine Anklage gegen die Eltern der seit viereinhalb Monaten verschwundenen Madeleine wird nach britischen Medienberichten immer unwahrscheinlicher. Der zuständige portugiesische Richter habe es jetzt abgelehnt, Kate und Gerry McCann (beide 39) für weitere Vernehmungen zurück nach Portugal zu beordern, berichtete die britische Presseagentur PA. Es würde genügen, wenn noch offene Fragen durch die britische Polizei gestellt werden, habe Richter Pedro Daniel dos Anjos Frias erklärt.

Premierminister Brown lässt sich über den Fortgang unterrichten

Die McCanns waren am vorletzten Wochenende nach England zurückgekehrt. Kurz zuvor hatten portugiesische Ermittler sie offiziell zu Verdächtigen im Zusammenhang mit dem Verschwinden ihrer dreijährigen Tochter aus der Ferienwohnung der Familie in der Algarve erklärt. Der britische Premierminister Gordon Brown sei über die Entwicklung des Falls Madeleine informiert worden, berichtete PA. Allerdings erwarteten die McCanns nicht, dass er sich einschalte.

Ein Anwalt des Ärzteehepaares erklärte, es sei bislang nicht über eventuelle Wünsche der portugiesischen Polizei nach weiteren Befragungen informiert worden. Bei der britischen Polizei hieß es nach PA-Informationen inoffiziell, es sei "sehr unüblich", dass britische Beamte Befragungen im Namen ausländischer Ermittler vornehmen. Allerdings könnten diese unter bestimmten Umständen in Großbritannien Personen im Beisein örtlicher Polizisten befragen.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker