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Fell-Streit um Knut Eisbär-Fans protestieren gegen Ausstopf-Pläne


Der Berliner Zoo will dem Eisbären Knut ans Fell: Doch die Pläne, den verstorbenen Publikumsliebling ausstopfen zu lassen, stoßen auf Widerstand. Am Sonntag demonstrierte eine Gruppe Knut-Fans für ein Ableben in Würde. An Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz ließen sie kein gutes Haar.

Die Pläne des Berliner Zoos, den toten Eisbären Knut auszustopfen, stoßen auf Proteste. Mehrere Dutzend Menschen haben am Samstag in Berlin gegen dieses Vorhaben protestiert. Sie entzündeten Kerzen und ließen knapp 50 weiße Luftballons aufsteigen. Für Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz hagelte es böse Worte: "Herr Blaszkiewitz - Sie sind ein Witz - Stopfen Sie Ihr Herz und Hirn aus", hieß es auf einem Transparent.

Im Internet war seit Tagen zu der Demonstration aufgerufen worden. "Unser primäres Ziel ist es, die Ausstopfung von Knut zu verhindern", sagte einer der Veranstalter der Protestaktion, Jochen Kolbe. So etwas habe Knut nicht verdient. Es gehe aber auch darum, ob und wie Wildtiere im Zoo gehalten werden dürften. Die Berliner Zeitung "Der Tagesspiegel" schrieb am Sonntag in Anspielung an den Begriff "Wutbürger" von einem "Aufstand der Knutbürger".

Zwei Tage zuvor wurde die Todesursache von Berlins Lieblings-Eisbären offiziell bekannt gegeben: Knut starb einer Analyse des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung durch Ertrinken, nachdem er wegen einer schwere Virusinfektion des Gehirns ins Wasserbecken der Eisbärenanlage gefallen war.

Eine Vergrößerung der Hirnkammern kann angeboren sein oder im Laufe des Lebens auftreten, etwa wenn zu viel Hirnflüssigkeit (Liquor) gebildet wird. In einigen Fällen wird der Liquor produziert, kann aber nicht mehr vom dafür zuständigen Gewebe aufgenommen werden. Normalerweise gelangt er direkt oder indirekt in den Blutkreislauf. Manchmal kann eine Zyste oder ein Tumor den Abfluss des Liquors verhindern und so die Hirnkammern vergrößern. In vielen Fällen erhöht sich der Hirndruck, was zu Krampfanfällen führen kann.

Die Gehirnflüssigkeit füllt mehrere Hirnkammern und umspült zudem das gesamte Gehirn. Sie schützt es vor den Auswirkungen von Stößen und dient dem Stoffaustausch zwischen Blut und Nervengewebe. Vom einem Ventrikel geht der Zentralkanal ab, der im Zentrum des Rückenmarks verläuft.

Der erst vierjährige Eisbär war vor einer Woche auf dem Bärenfelsen im Zoo Berlin zusammengebrochen, ins Wasser gestürzt und gestorben. Im Anschluss war unter Knut-Fans eine heftige Debatte über die Haltung des Tieres ausgebrochen. Tierschützer hatten spekuliert, der Eisbär sei an Stressfolgen verendet. Diese These ist nun widerlegt.

jwi/DPA DPA

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