Fürth Behinderter Fünfjähriger unterernährt im Krankenhaus


Ein geistig und körperlich schwerstbehinderter Junge aus Fürth ist halbverhungert ins Krankenhaus gebracht worden. Die Mutter des knapp fünfjährigen Kindes hatte kurz zuvor den Notarzt alarmiert, weil ihr Sohn an Durchfall litt, wie das Polizeipräsidium Mittelfranken am Mittwoch mitteilte.

Ein geistig und körperlich schwerstbehinderter Junge aus Fürth ist halbverhungert ins Krankenhaus gebracht worden. Die Mutter des knapp fünfjährigen Kindes hatte kurz zuvor den Notarzt alarmiert, weil ihr Sohn an Durchfall litt, wie das Polizeipräsidium Mittelfranken am Mittwoch mitteilte. Die Notärztin habe daraufhin am Dienstag die Einweisung veranlasst. Gegen die Mutter wurde Haftbefehl erlassen.

Das von Geburt an schwerstbehinderte Kind sei ein Pflegefall und von seiner Mutter und deren Lebensgefährten offenbar über einen Zeitraum von mehreren Wochen massiv vernachlässigt worden. Der Junge sei stark unterernährt und ungepflegt. Weitere Angaben wollte die Polizei zunächst nicht machen.

Die 29-Jährige und ihr zwei Jahre älterer Partner wurden noch im Krankenhaus festgenommen, nachdem ein Arzt die Polizei verständigt hatte. Laut Polizei besteht der dringende Tatverdacht der Misshandlung von Schutzbefohlenen im besonders schweren Fall.

Der Mann wurde nach seiner Vernehmung wieder freigelassen. Die 29-Jährige wurde dagegen am Nachmittag dem Haftrichter vorgeführt. Eine Übernahme des Sorgerechts durch das Jugendamt Fürth sei bereits in die Wege geleitet worden.

Die Frau zog den Angaben zufolge erst im Frühjahr zu ihrem neuen Freund nach Fürth. Bisher hätten keinerlei Hinweise auf eine Vernachlässigung des Kindes vorgelegen. Das Jugendamt habe erst am Dienstag von den Kriminalbeamten von dem Fall erfahren.

Unterdessen erhob die Staatsanwaltschaft in Weiden vier Monate nach dem Tod der zweijährigen Lea aus Tirschenreuth in der Oberpfalz Anklage gegen die Mutter des Mädchens. Den genauen Vorwurf wollte der Leitende Oberstaatsanwalt Georg Schäfer am Mittwoch nicht nennen. Die Anklage müsse zunächst dem Verteidiger der 21-Jährigen zugehen, erklärte er.

Lea wurde Ende März von ihrer Mutter tot im Bett gefunden. Das Kind war stark unterernährt und ausgetrocknet und wog zuletzt deutlich unter zehn Kilo. Es starb an den Folgen einer Lungenentzündung. Die vom Vater des Kindes getrennt lebende junge Mutter sitzt seither wegen des dringenden Verdachts der schweren Misshandlung von Schutzbefohlenen sowie Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht in Untersuchungshaft.

Auch der Fall der verhungerten Sarah aus Thalmässing im Landkreis Roth kommt vor Gericht. Das Mädchen starb im vergangenenen Jahr in einem Nürnberger Krankenhaus an den Folgen seiner Mangel- und Unterernährung. Seine Eltern müssen sich vom 19. Oktober an vor dem Nürnberger Schwurgericht verantworten. Ihnen wird gemeinschaftlicher Mord und Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen.

APN APN

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