Schweden
Missbrauch durch über 100 Männer: Ehefrau zu sexuellen Handlungen gezwungen

Ein Schwede soll seine Frau zu sexuellen Handlungen mit mehr als 100 Männern gezwungen haben. Mitte März soll Anklage gegen ihn
Ein Schwede soll seine Frau zu sexuellen Handlungen mit mehr als 100 Männern gezwungen haben. Mitte März soll Anklage gegen ihn erhoben werden. (Symbolbild) Foto
© Steffen Trumpf/dpa
Der eigene Ehemann als mutmaßlicher Drahtzieher jahrelangen Missbrauchs: In Schweden soll ein Mann seine Frau mehr als 100 Freiern angeboten haben – gegen ihren Willen.

Ein Schwede soll seine Ehefrau laut Medienberichten zu sexuellen Handlungen mit mindestens 120 Männern gezwungen haben. Die Taten sollen sich nach Angaben der Nachrichtenagentur NTB über mehrere Jahre sowohl bei physischen Treffen als auch über das Internet abgespielt haben.

Der Fall ist seit Längerem bekannt – der Mann sitzt bereits seit Oktober wegen des Verdachts auf schwere Zuhälterei in Untersuchungshaft. Zuvor war aber immer von rund 30 Männern die Rede gewesen. 

Sexkauf in Schweden ist illegal, der Verkauf bleibt straffrei

Die Frau hatte ihren Mann selbst bei der Polizei angezeigt. Bei einer Befragung hatte sie dem schwedischen Rundfunk zufolge angegeben, in manchen Fällen unter so starkem Einfluss von Drogen und Alkohol gestanden zu haben, dass sie sich nicht an alles erinnern könne.

Ihr Mann soll die sexuellen Dienste demnach auf verschiedenen Webseiten angeboten haben. Im März soll Anklage gegen ihn erhoben werden. Auch den Freiern, die aus ganz Schweden kommen sollen, droht eine Strafe. In Schweden ist der Kauf sexueller Dienstleistungen illegal, der Verkauf von Sex bleibt straffrei.

Ähnlichkeit zum Fall Pelicot

Die Taten weisen Parallelen zum Pelicot-Fall auf: Die Französin Gisèle Pelicot war von ihrem damaligen Mann über knapp zehn Jahre immer wieder mit Medikamenten betäubt, missbraucht und Fremden zur Vergewaltigung angeboten worden. 2024 wurde ihr Ex-Mann zu 20 Jahren Haft verurteilt. 50 zumeist wegen schwerer Vergewaltigung mitangeklagte Männer verurteilte das Gericht zu Haftstrafen zwischen 3 und 15 Jahren. 

DPA
lpb

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