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Hamburg Fälscherwerkstatt aufgedeckt: Polizei findet Hunderte Impfpässe mit gestohlenem Stempel

Impfausweise
Der Hauptverdächtige soll 200 Euro für einen gefälschten Impfausweis verlangt haben (Symbolbild)
© Bernd Wüstneck / DPA
Im Hamburger Stadtteil Rahlstedt ist eine Impfausweis-Fälscherwerkstatt aufgeflogen. Die Polizei schnappte einen mutmaßlichen Drogendealer bei der Übergabe. In seiner Wohnung fanden sie allerdings nur Hunderte gefälschte gelbe Impfpässe.

Der Hamburger Polizei ist wohl zufällig ein großer Ermittlungserfolg gelungen. Die Beamt:innen suchten einen Drogendealer per Haftbefehl und beobachteten ihn bei einer Übergabe im Stadtteil Rahlstedt. Statt Rauschgift wechselte in diesem Fall allerdings ein gefälschter gelber Impfausweis den Besitzer.

Hunderte gefälschte Impfausweise sichergestellt

Der 27-jährige Abnehmer wurde festgenommen, die Wohnung des 38-jährigen Dealers durchsucht. Die Ermittler:innen fanden rund 400 gelbe Impfpässe, die Hälfte von ihnen bereits für die Fälschung vorbereitet. Ein Dutzend Impfpässe waren bereits ausgefüllt und sollten offenbar bald übergeben werden.

Der mutmaßliche Täter wird beschuldigt, das Geschäft mit den Fälschungen im großen Stil vorangetrieben zu haben. Dafür verwendete er offenbar einen gestohlenen Stempel aus dem Impfzentrum in Buchholz.

Dealer und Käufer:innen drohen Haftstrafen

Neben dem Fälscherwerkzeug waren rund 30.000 Euro in Bar in der Wohnung des Hauptverdächtigen versteckt. Mittlerweile sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Aufgrund mehrerer Drogendelikte und der neuen Vorwürfe droht ihm eine lange Haftstrafe.

Auch gegen die Abnehmer der gefälschten Impfpässe wird nun ermittelt. Wer beim Kauf erwischt wird, muss sich auf ein Verfahren wegen Urkundenfälschung einstellen. Bei Verurteilung drohen auch hier bis zu fünf Jahre Haft oder eine hohe Geldstrafe.

Digitalisierte Fälschungen nicht mehr zu unterscheiden

Fest steht aber: Ist ein Impfpass erst einmal von einer Apotheke zur Digitalisierung freigegeben, lässt er sich nicht mehr als Fälschung entlarven. Die Polizei wird sich in Zukunft nicht immer auf den Zufall verlassen können. Schließlich deuten die Preise des 38-Jährigen auf ein lukratives Geschäft und mögliche Nachahmer:innen hin. Der Dealer soll 200 Euro für einen gefälschten Impfausweis verlangt haben. Wie viele dieser Fälschungen bereits im Umlauf sind, ist bisher nicht bekannt.

Wie wichtig eine Corona-Impfung ist, zeigen Modellrechnungen des Robert Koch-Instituts.

Sehen Sie im Video: Laut einer Modellrechnung des RKI sind durch die Impfkampagne im Verlauf der dritten Corona-Welle bis Anfang August geschätzte 38.300 Todesfälle verhindert worden.

Quellen:Hamburger Abendblatt, NDR


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