VG-Wort Pixel

Skandal in Bremen Gefälschter Impfausweis: Ex-Werder-Trainer Markus Anfang gesteht Betrug

Markus Anfang trainiert seit Juni 2021 den Zweitligisten Werder Bremen
Markus Anfang hat sich mit dem gefälschtem Impfausweis ein gewaltiges Eigentor geschossen
© Stuart Franklin / Getty Images
Markus Anfang, Ex-Trainer von Werder Bremen, hat über seinen Anwalt jetzt eingeräumt, seinen Impfpass gefälscht zu haben. Er gibt an, als Ungeimpfter immer größeren Druck verspürt zu haben.

Sein Abgang war der Tiefpunkt: Nach dem Abstieg in die 2. Liga dachte man bei Werder Bremen, dass es schlimmer nicht kommen kann. Es kam aber schlimmer. Die Bremer Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen gegen Trainer Markus Anfang wegen eines gefälschten Impfausweises auf. Der Trainer trat im vergangenen November wenige Stunden vor dem Spiel gegen Schalke zurück, obwohl er den Vorwurf bestritt. Nun die Kehrtwende: Anfang hat das Fälschen seines Impfzertifikats zugegeben.

"Der Anwalt hat sich zu dem Vorwurf geäußert und den Tatvorwurf eingeräumt", sagte der Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft, Frank Passade, am Mittwochnachmittag. Zuvor hatten unter anderem die "Deichstube" und die "Bild" darüber berichtet.

Wie Markus Anfang fälschte, ist nicht bekannt

Die Staatsanwaltschaft äußerte sich nicht konkret dazu, wie genau Anfang seinen Impfpass schlussendlich hat fälschen lassen oder möglicherweise selbst gefälscht hat. "Er hat eine Erklärung zur Herkunft abgegeben", sagte Passade der "Bild".

Nach Informationen des Portals "Deichstube" soll der 47-Jährige den Tatvorwurf bereits im Dezember gegenüber der Staatsanwaltschaft gestanden haben. Als Grund für sein Fehlverhalten soll er demzufolge den zunehmenden Druck angegeben haben, der für ihn als ungeimpfte Person immer größer geworden sei.

Denkbar wäre nun juristisch eine Entscheidung auf dem so genannten Strafbefehlswege. "Das ist noch hypothetisch, aber liegt sehr nahe", sagte Passade. Dabei würde die Staatsanwaltschaft dem Gericht eine Geldstrafe vorschlagen, und bei Akzeptanz des Gerichts bekäme Anfang den Strafbefehl mit einer Geldstrafe zugestellt.

Vieles spricht für Geldstrafe statt Gerichtsverhandlung

Nach Anfangs Geständnis spricht vieles dafür, dass der Ex-Trainer eine Geldstrafe zahlen muss und es nicht zu einer Hauptverhandlung kommt. Anfang dürfte ein großes Interesse daran haben, auf eine Gerichtsverhandlung mit viel Medieninteresse zu verzichten.

Der ehemalige Köln-Trainer war erst im Sommer an die Weser gekommen und sollte bei den Grün-Weißen nach dem ersten Abstieg seit 41 Jahren den Wiederaufbau starten – und die Norddeutschen möglichst direkt in die Fußball-Bundesliga zurückführen.

Anfang hatte mit seinem Rücktritt und dem medialen Interesse durch die Ermittlungen großen Wirbel an der Weser entfacht. Nach seinem Abgang saß beim 1:1 gegen Schalke zunächst Danijel Zenkovic als Interimscoach auf der Bank. Dessen positiver Coronatest sorgte dafür, dass U19-Trainer Christian Brand bei der 1:2-Niederlage in Kiel einspringen musste, ehe Ende November Ole Werner als neuer Trainer präsentiert wurde.

tis DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker