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Geiselnahme in Manila Bruder des Ex-Polizisten soll vermitteln


Neun Geiseln hat der Ex-Polizist aus Manila bereits freigelassen, zum Aufgeben konnte ihn die Polizei allerdings noch nicht bewegen. Nun soll der Bruder des Geiselnehmers, ebenfalls ein Polizist, vermitteln.

Mit dem Überfall auf einen Touristenbus hat ein früherer Polizist in der philippinischen Hauptstadt Manila Angst und Schrecken verbreitet. Laut Polizei brachte der mit einem Sturmgewehr bewaffnete Mann am Montagmorgen den Bus mit Touristen aus Hongkong in seine Gewalt und nahm zunächst alle Insassen als Geiseln. In den Stunden danach ließ er neun Geiseln frei, so dass sich am Nachmittag noch etwa 15 Menschen in seiner Hand befanden.

Bei dem Geiselnehmer handelte es sich nach Angaben der Polizei um den 55-jährigen Rolando Mendoza, einen einst hoch angesehenen Polizeibeamten, der aber vor zwei Jahren wegen seiner Verwicklung in Raub, Erpressung und Drogendelikte entlassen worden war. Offenbar wolle er mit der Geiselnahme seine Wiedereinsetzung in den Polizeidienst erzwingen, sagte Manilas Polizeichef Rodolfo Magtibay.

Nach Angaben der philippinischen Behörden befanden sich in dem Bus 22 Touristen aus Hongkong, der philippinische Fahrer sowie zwei weitere Philippiner. In den Stunden nach dem Überfall ließ der Ex-Polizist sieben Touristen frei, unter ihnen drei Kinder und ein älterer Mann, sowie zwei Philippiner. Alle waren demnach unverletzt so wie auch die übrigen Geiseln im Bus zunächst unversehrt blieben.

Das philippinische Fernsehen berichtete live von der Geiselnahme. Ein Polizeisprecher wertete die Freilassung der ersten Geiseln als ein Zeichen für die Verhandlungsbereitschaft Mendozas. Der 55-Jährige verhalte sich "höflich" und habe der Polizei auch erlaubt, die Geiseln im Bus mit Lebensmitteln zu versorgen. Der Bruder des Geiselnehmers, ebenfalls ein Polizist, wurde in die Verhandlungen einbezogen.

Der Bus parkte in der Nähe des Rizal Parks, einem beliebten Touristenziel in der Altstadt von Manila. Nach Angaben des Reiseveranstalters aus Hongkong waren die Touristen zwischen vier und 72 Jahre alt. Die Gruppe hätte Manila am Montag nach dreitägigem Aufenthalt verlassen sollen.

Der Überfall weckte Erinnerungen an eine Geiselnahme im Jahr 2007, bei der ein Entführer 30 Kinder in seine Gewalt gebracht und mit einer Handgranate bedroht hatte. Damals hatte er nach zehn Stunden aufgegeben; alle Geiseln hatten das Drama unversehrt überstanden.

AFP AFP

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