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Gemeinsame Bestattung: Hamburger Friedhof denkt über Mensch-Tier-Gräber nach

Ein gemeinsames Grab mit dem geliebten Haustier? Gerade bei älteren, alleinstehenden Menschen gibt es diesen Wunsch. Auf dem Friedhof Ohlsdorf in Hamburg könnten Mensch-Tier-Bestattungen bald Realität werden - eine Gesetzesänderung vorausgesetzt.

Friedhof Ohlsdorf - Hamburg - Gräber Mensch Haustier

Spezielle Tierfriedhöfe, wie auf diesem Bild zu sehen, gibt es bereits. Ein Friedhof in Hamburg will künftig  jedoch gemeinsame Gräber für Mensch und Haustier anbieten.

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So mancher Besitzer fühlt sich seinem Haustier inniger verbunden als anderen Mitmenschen. Vor allem, wenn Hund, Katze und Co., beispielsweise nach dem Tod des langjährigen Partners, die einzigen treuen Begleiter sind. Der Friedhof Ohlsdorf in Hamburg will diesem Aspekt entgegenkommen und erwägt, künftig Mensch-Tier-Bestattungen anzubieten, wie zuerst das "Hamburger Abendblatt" berichtete.

Demnach wurde ein entsprechender Wunsch im Rahmen des Bürger-Beteiligungsprojekt "Ohlsdorf 2050" an die Verantwortlichen herangetragen. "Wir haben es vor allem mit älteren Herrschaften zu tun. Wenn deren einzige Partner im Alter die Tiere sind, dann möchten sie auch den letzten Weg gemeinsam gehen", sagte ein Sprecher der Hamburger Friedhöfe der Deutschen Presse-Agentur.

Gesetz verbietet Mensch-Tier-Bestattungen aktuell noch

Ein Areal für derartige Bestattungen ist laut "Hamburger Abendblatt" bereits gefunden. Demnach könnten die Grabflächen binnen der nächsten fünf Jahre im östlichen Teils des mit insgesamt 389 Hektar Fläche größten Parkfriedhofs der Welt entstehen. Für die Mensch-Tier-Bestattungen stünden dort etwa 120 Quadratmeter zur Verfügung.

Damit das Vorhaben irgendwann Realität wird, müsste zuvor jedoch das Hamburger Bestattungsgesetz von 1988 geändert werden. Dieses untersagt aktuell noch, dass Tiere auf normalen Friedhöfen beerdigt werden dürfen. Besitzer können ihre Liebsten stattdessen nur auf speziellen Tierfriedhöfen im Umland der Hansestadt zu Grabe tragen.

Hamburger Friedhof will nicht jedes Tier mitbeerdigen

Dass Tier und Herrchen oder Frauchen später im selben Grab liegen, setzt den Plänen nach jedoch voraus, dass die Bestattung in Urnen erfolgt. Schwierig könnte dabei die Berechnung der erforderlichen Grabfläche werden. Es sei nun mal denkbar, dass jemand nacheinander mehrere Tiere besitze, die nach ihrem jeweiligen Ableben beigesetzt werden müssten. Zudem ist es möglich, dass der Tierbesitzer zuerst verstirbt und entsprechend ein Platz für das Haustier freigehalten werden muss. Angaben zu den Kosten gibt es laut "Hamburger Abendblatt" noch nicht. Dafür steht fest, dass der Ohlsdorfer Friedhof zunächst nur die Asche von Hunden, Katzen, Kaninchen und Kanarienvögeln beerdigen will. Größere Tiere, zum Beispiel Pferde, kämen vorerst nicht in Frage, obwohl auch deren Kadaver eingeäschert werden könnten.

Vorreiter ist Hamburg mit seinem Vorstoß indes nicht. So bieten bereits einige wenige deutsche Städte derartige Begräbnisse an.

Quelle: "Hamburger Abendblatt" (Bezahlinhalt) / Deutsche Presse-Agentur

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mod