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Schottland: Tierschützerin greift blinden Mann an, weil sein Hund nicht arbeiten, "sondern lieber spielen" sollte

Für die meisten blinden Menschen ist ihr Blindenhund der wichtigste Begleiter. Er ermöglicht ihnen, sich sicher zu bewegen, er lenkt und führt sie. Doch manche Tierschützer sehen die Ausbildung der Hunde als Missbrauch an.

Jon Attenborough und sein Blindenhund Sam

Jon Attenborough und sein Blindenhund Sam

Der Schotte Jon Attenborough kam mit einem blinden rechten Auge zur Welt und verlor die Sehkraft auf seinem linken Auge vor fünf Jahren durch ein Glaukom. Seinen drei Jahre alten Labrador Sam bekam der 30-Jährige vor anderthalb Jahren, im April 2018. Sam wurde für seinen Dienst als Blindenführhund speziell ausgebildet und lebt seither als ständiger Begeleiter und bester Freund seines Herrchens bei Attenborough. Attenborough sagte dem schottischen Nachrichtendienst STV News, Sam habe sein Leben verbessert, doch das gefällt nicht jedem. Tierschützer greifen ihn an, weil sie die Notwendigkeit eines Blindenhundes nicht einsehen. Der letzte verbale Angriff in einer Bar hat Attenborough besonders zugesetzt, erzählt er.

"Mein Freund und ich saßen dort und dachten an nichts Böses, als sie [eine anwesende Tierschützerin, Anm. d. Red.] recht aggressiv behauptete, wir wären grausam, weil wir Blindenhunde besitzen", berichtet der Mann aus der Grafschaft Fife. "Sie sagte, die Hunde sollten nicht auf dem Boden einer Bar liegen, sie sollten draußen auf den Feldern spielen. Da war es ein Uhr nachts."

Nicht der erste Vorfall

Attenborough sagt, das sei nicht der erste Vorfall, bei dem ihm Missbrauch vorgeworfen wurde, wenn er mit Sam unterwegs war, aber es sei der aggressivste gewesen. "Sie hat uns ins Gesicht geschrien und wir hatten Angst, dass es noch mehr eskaliert wäre, wenn ihr Mann sie nicht weggeführt hätte." Dabei seien Blindenhunde wohl die am besten betreuten Hunde, die man sich vorstellen kann, so Attenborough. Ihre Ernährung sei bestens auf sie abgestimmt, sie würden perfekt medizinisch versorgt und hätten regelmäßige Gesundheits-Checks. "Sam ist mein bester Freund, wir gehen überall zusammen hin. Er ist nie allein, er ist 24/7 bei mir, deswegen verstehe ich nicht, was diese Aktivisten wollen."

Einige Tierschützer sind der Meinung, Blindenhunde zu züchten, statt Hunde aus Heimen auszubilden, sei falsch. Die Hunde würden schließlich nicht ihr Einverständnis dafür geben. Doch der Experte Tony Harvey von Guide Dogs Scotland erklärte dem Sender: "Wir nennen es Arbeit, aus menschlicher Sicht, doch tatsächlich ist es für sie, wie ein Kunststück zu lernen."

Quelle: stv.tv

bal
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