Europa League
VfB zieht trotz Dämpfer gegen Glasgow ins Achtelfinale ein

Chris Führich kam zur Halbzeit. Foto: Tom Weller/dpa
Chris Führich kam zur Halbzeit. Foto
© Tom Weller/dpa
Erst ein Fehlstart, dann zwei aberkannte Tore. Der VfB Stuttgart verliert das Rückspiel gegen Glasgow, mischt aber im Achtelfinale in der Europa League mit. Wieder gibt es Ärger um aberkannte Tore.

Nach einem blitzschnellen Rückschlag ist der VfB Stuttgart trotz einer enttäuschenden Vorstellung ins Achtelfinale der Europa League eingezogen. Beim 0:1 (0:1) gegen den schottischen Meister Celtic Glasgow kassierten die Schwaben die erste Heimniederlage der Europapokal-Saison - und regten sich mal wieder über die Videoschiedsrichter auf.

Nur rund 30 Sekunden waren im Zwischenrunden-Rückspiel gegen Celtic vergangen, als Luke McCowan bereits für die weitgehend umgekrempelten Gäste traf. Zittern aber musste der VfB nicht, dafür war das 4:1 vom vergangenen Donnerstag in Glasgow zu dominant. In der Offensive fehlte den Stuttgartern lange die Konsequenz, zwei Treffer in der zweiten Hälfte wurden dann wegen Abseitspositionen aberkannt.

"Ich habe so viel dazu gesagt. Ich will es gar nicht mehr sehen, ehrlich gesagt", meinte Angreifer Ermedin Demirovic im Interview des übertragenden Senders RTL. "Wenn ich solche Entscheidungen wieder sehe, dann wird’s immer schlimmer." Schon beim 3:3 in Heidenheim am Sonntag hatten zwei VfB-Tore nach Videobeweis nicht gezählt. 

"Es wird immer lustiger"

"Das Wichtigste ist weiterzukommen, der Rest ist egal", sagte sein Offensivpartner Deniz Undav, schob aber verärgert nach: "Der VAR sollte eigentlich da sein, um zu helfen. Er macht gefühlt mehr Fehlentscheidungen als die Schiris selbst. Es wird immer lustiger."

Freitag entscheidet das Los 

Nach den zwei Duellen mit den Schotten wird der VfB seine Europapokal-Reise am 12. und 19. März gegen ein portugiesisches Team fortsetzen. Am Freitag entscheidet das Los, ob die Schwaben auf Sporting Braga oder den FC Porto treffen, beide hatten sich direkt für die besten 16 Teams qualifiziert. Zuvor standen die Stuttgarter letztmals in der Spielzeit 2012/2013 in einem Europa-Pokal-Achtelfinale. Am Sonntag wartet nun aber zunächst einmal das Bundesliga-Pflichtprogramm gegen den VfL Wolfsburg.

Trotz der komfortablen Situation nach dem dominanten Auftritt im Celtic Park hatte Sebastian Hoeneß davor gewarnt, die Aufgabe zu leicht zu nehmen. Er habe auch angesichts des verspielten 2:0-Vorsprungs der Dortmunder in der Champions League in Bergamo daran appelliert, die Partie konzentriert anzugehen. "Es wird darum gehen, die volle Leistungsbereitschaft abzurufen und in unserem Stadion von der ersten Minute an konsequent zu agieren", sagte der Coach. 

Schneller Weckruf für den VfB 

Doch der Plan des VfB war mit der ersten Aktion schnell dahin. Chema Andrés spielte einen Fehlpass, Luca Jaquez rutschte aus, Finn Jeltsch konnte nicht mehr rechtzeitig stören – das Spiel begann mit einem Paukenschlag zum 0:1. Mit ernster Miene verfolgte Hoeneß den Fehlstart an der Seitenlinie, ohne den gelbgesperrten Abwehrchef Jeff Chabot wirkte sein Team noch nicht sortiert.

Es hätte angesichts der nur wenige Minuten später folgenden nächsten Chance der Gäste noch schlimmer kommen können. Celtic hatte seine Startelf im Vergleich zum Hinspiel noch deutlicher umgebaut als der VfB, nur drei Profis liefen auch in Stuttgart von Beginn auf. So stand Glasgow defensiv sicherer.

Die Zuschauer sahen, wie sich die Heimmannschaft schwertat. Angetrieben von den Fans übernahmen die Schwaben zwar die Kontrolle, gefährliche Akzente setzten sie aber zu wenig. Der Schuss von Badredine Bouanani nach einer Viertelstunde war die beste Chance in Hälfte eins, er scheiterte am Torwart Viljami Sinisalo.

Führichs und Undavs Treffer zählen nicht

Hoeneß reagierte auf den Pausen-Rückstand und brachte Chris Führich für Jamie Leweling. Immer mehr drängte der Gastgeber, ohne wirklich zu glänzen, auf den Ausgleich. Doch Tiago Tomás vergab ebenso seine Gelegenheit wie Bouanani. Mit der Einwechslung von Demirovic und Angelo Stiller nach einer guten Stunde nahm der Druck noch mehr zu. Führich traf, doch der Jubel wurde schnell jäh gestoppt. Der Flügelspieler war sich selbst sofort bewusst, dass es eine Abseitsposition gewesen war. 

Undavs Treffer wurde unter einem Pfeifkonzert nach einem Videobeweis aberkannt, weil Vorlagengeber Demirovic knapp im Abseits stand.

dpa