Geständnisse in der "Bravo" Westerwelle vermisst eigene Kinder


Überraschendes Bekenntnis: FDP-Chef Guido Westerwelle hätte gerne eigene Kinder - auch wenn er sich inzwischen für zu alt dafür hält. In einem Interview verrät der bekennende Homosexuelle zudem, für wen er in der Jugendzeit geschwärmt hat.

Außenminister Guido Westerwelle hätte gerne eigene Kinder: "Wenn es darum geht, was einem im Leben […] fehlt, dann wäre das mit Sicherheit auf der Liste oben. Aber: Es hat nicht sollen sein", sagte Westerwelle der "Bravo". In seinem Alter stelle sich die Frage aber nicht mehr.

Der Außenminister ist der erste deutsche Politiker, der sich in 54 Jahren "Bravo" von der Jugendzeitschrift interviewen ließ. Er selbst habe zwar in seiner Jugend auch die "Bravo" gelesen, aufgeklärt habe ihn das aber nicht. "Da wäre die 'Bravo' zu spät gekommen. Ich war zuerst auf der Realschule - das war eine reine Jungenschule. Und da wurde über solche Themen recht offen und robust gesprochen", erzählte er.

In seiner Zeit als Teenager habe er für Suzi Quatro "in ihrer Lederkluft" geschwärmt und für Abba. Als er vor kurzem in eine "Bravo" geschaut habe, sei dort ein Artikel über Johnny Depp gewesen. "Den zum Beispiel finde ich sehr gut", sagte der Außenminister weiter.

"Guido, studier' lieber Kunstgeschichte"

Nach dem Wechsel aufs Gymnasium wollte er angeblich Kunst studieren. "Da hab' ich meinen Lehrer gefragt, und er war so ehrlich und klug, mir zu sagen: 'Guido, dann studier' lieber Kunstgeschichte.'" Da habe er erkannt, das sein Talent zum Künstler nicht ausreiche. Westerwelle studierte schließlich Rechtswissenschaften.

In seiner Jugend sei es weitaus schwieriger als heute gewesen, zu seiner Homosexualität zu stehen, berichtete der Außenminister. Seine Familie und seine Freunde hätten es eigentlich immer gewusst und verstanden, "aber natürlich gab es manche Attacke, an die man sich heute auch erinnert", sagte Westerwelle, der seit 2004 mit dem Eventmanager Michael Mronz zusammenlebt. "Es gab einige, die es gemerkt oder gewusst haben und damit nicht umgehen konnten."


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