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Feiern mit Tradition: Was das Holi-Fest für Indien bedeutet

Bei den Holi-Feierlichkeiten bewerfen sich Menschen überall in Indien mit Tonnen von Farbpulver. Auch in Deutschland werden seit mehreren Jahren Holi-Festivals gefeiert. Aber woher kommt die bunte Tradition und was bedeutet sie den Indern?

Menschen feiern in Indien im Rahmen der Holi-Feierlichkeiten

Menschen feiern das Holi-Fest auf den Straßen von Guwahati, Indien

Die Holi-Feierlichkeiten in Indien erreichen am Montag ihren Höhepunkt. Einmal im Jahr wird das Land von einem bunten Treiben beherrscht, vor allem im Norden des Landes treffen sich Millionen Menschen in den Städten und Dörfern, bespritzen sich mit Wasser und bewerfen sich mit bunter Farbe.  

Es ist einer der wenigen Tage in der indischen Hauptstadt Neu Delhi, die etwas Erholung bieten zwischen einem kalten Winter voller Smog und einem brütend heißen Sommer. Und es ist eine Flucht aus dem für viele harten Alltag in der Großstadt. Überall in der Stadt laufen Kinder mit Wasserpistolen und Beuteln mit Farbpulver herum. Selbst fremd aussehende Besucher werden überschwänglich begrüßt und mit Wasser und Farbe attackiert. Eine Vorwarnung gibt es selten. Nur immer wieder den Ruf, der diesem Tag anhaftet wie das "Alaaf" dem Karneval im Rheinland: "Happy Holi!"

Für einen Tag gesellschaftliche Grenzen vergessen

Holi ist ein jährliches Frühlingsfest in Indien und Nepal, auch Farbenfest genannt. Es markiert den Frühlingsanfang, den Sieg des Guten über das Böse, und in einigen Landesteilen gilt es auch als Erntedankfest.

Es findet jährlich zum Vollmond des Monats Phalguna im Hindu-Kalender statt, der in den Februar und März fällt.

Die Ursprünge von Holi lassen sich bis in religiöse Schriften des Hinduismus aus der Zeit 300 Jahre vor Christus zurückverfolgen. Heute sehen viele Inder darin auch eine Möglichkeit, Kastenunterschiede und gesellschaftliche Grenzen für einen Tag zu durchbrechen und bunt eingefärbt gemeinsam zu feiern.

Holi wird auch in Deutschland gefeiert

In Mathura, knapp drei Autostunden südlich von Neu Delhi, werden je nach Besucherandrang spontan Sperren errichtet. Die Menschen treffen einfach irgendwo in den Straßen aufeinander. An einigen Tagen fliegen auch "Laddus", eine kugelförmige indische Süßigkeit. Dann wiederum gehen die Frauen der Stadt mit Stöcken auf die Männer los, um diese einzufangen und/oder zu vertreiben.

Es sind verschiedene Überlieferungen, die hinter diesen Bräuchen stehen. Rund um die Stadt Mathura ist Holi der Liebe zwischen den Hindu-Gottheiten Krishna und Radha gewidmet. Laut der Hindu-Mythologie wuchs Krishna in der Gegend auf. Holi wird hier so lange gefeiert, wie nirgendwo sonst - für insgesamt 16 Tage im Jahr.

Seit rund zehn Jahren nimmt auch die Zahl der kommerziellen Holi-Veranstaltungen zu. Bis zu 5000 Besucher zieht etwa das Festival Holi Moo in Neu Delhi in diesem Jahr an. Zuletzt ist der Trend auch nach Deutschland geschwappt: Mehr als 50 Verantaltungen laden in diesem Sommer deutschlandweit zur Holi-Farbenschlacht ein.


sve / DPA
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