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Gutachten im Mordprozess el-Sherbini: Ägypterin hatte keine Überlebenschance

Die Fakten, die die Gutachterin im Prozess gegen den Russlanddeutschen Alex W. vorträgt, klingen nüchtern, und doch beschreiben sie einen Blutrausch: Die Ägypterin Marwa el-Sherbini starb an den Folgen von insgesamt 16 Messerstichen, das Opfer hatte keine Überlebenschance.

Die in einem Dresdner Gerichtssaal niedergestochene Ägypterin Marwa el-Sherbini hatte nach Einschätzung einer medizinischen Sachverständigen keine Überlebenschance. Die Rechtsmedizinerin Christine Erfurt sagte am Dienstag vor dem Dresdner Landgericht, das Opfer habe angesichts der schweren Verletzungen nur wenige Minuten überleben können. Die 31-Jährige sei an inneren Blutungen gestorben.

Bei der Obduktion wurden 16 Stichverletzungen festgestellt. Erfurt sagte, diese seien teilweise bis zu 18 Zentimeter tief und hätten zahlreiche innere Organe verletzt, darunter die Lunge und das Herz. "Es muss mit erheblicher Wucht zugestochen worden sein", fügte sie hinzu. So seien auch mehrere Rippen durchtrennt worden.

Den im Gericht anwesenden Angehörigen von Marwa El-Sherbini war angeboten worden, die Aussagen über die Obduktion nicht mit anhören zu müssen. Ehemann Elwy Ali Okaz blieb im Saal und wirkte bei den Worten Erfurts gefasst.

Richter hatte Todesangst

Seit Montag muss sich der 28-jährige Russlanddeutsche Alex W. wegen Mordes an der Ägypterin und wegen versuchten Mordes an deren Ehemann verantworten. Bei seiner Bluttat am 1. Juli hatte er auch den Vorsitzenden Richter mit dem Messer bedroht. "Ich dachte, er sticht mich jetzt in dem Moment ab", schilderte Tom Maciejewski am Dienstag vor der Schwurgerichtskammer im Dresdner Landgericht. Bei der Schilderung des Geschehens in seinem Gerichtssaal versagte dem 46-Jährigen kurzzeitig die Stimme, er rang mit den Tränen.

Der Russlanddeutsche habe plötzlich "wie ein Berserker" auf die junge Mutter eingeschlagen, die nach ihrer Zeugenaussage habe gehen wollen. Alles sei "rasend schnell" gegangen, die dumpfen Schläge hätten sich wie Maschinengewehrsalven angehört: "zack, zack, zack", sagte Maciejewski.

Das Motiv sieht die Staatsanwaltschaft in einem "ausgeprägten Hass auf Nichteuropäer und Moslems". Alex W. war wegen Beleidigung der Ägypterin vom Dresdner Amtsgericht im November 2008 zu einer Geldstrafe verurteilt worden. In der Berufungsverhandlung vor dem Landgericht stürzte er sich am 1. Juli mit einem Messer auf die Frau, nachdem sie als Zeugin ausgesagt hatte. Auch ihren Ehemann, der ihr zu Hilfe kam, stach er nieder. Tatwaffe war ein 32 Zentimeter langes Küchenmesser mit einer 18 Zentimeter langen Klinge. Der Angeklagte hatte die Waffe nach bisherigen Ermittlungen in einem Rucksack mit ins Gericht geschmuggelt.

Im Unterschied zum Vortrag nahm der Angeklagte auf Wunsch der Vorsitzenden Richterin Birgit Wiegand seine Sonnenbrille ab. Es herrschen weiter strengste Sicherheitskontrollen für Anwälte, Zeugen, Zuschauer und Journalisten.

AP/DPA / AP / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.