Happy End in Australien Deutsche Arzt-Familie darf bleiben

Als er vor drei Jahren ins australische Horsham kam, atmeten die Menschen dort auf. Sie hatten endlich einen Arzt. Die Behörden wollten trotzdem nicht, dass der Deutsche Bernhard Möller mit seiner Familie in Australien bleibt, weil sein Sohn am Down Syndrom leidet. Doch das Blatt hat sich gewendet.

Ein deutscher Arzt mit einem behinderten Sohn darf nach anfänglicher Ablehnung nun doch in Australien bleiben. Der Einwanderungsminister persönlich musste sich allerdings über die Entscheidung seiner Behörden hinwegsetzen, um Bernhard Möller und seiner Familie mit dem am Down Syndrom leidenden Sohn Lukas ein Dauerbleiberecht einzuräumen.

"Wir sind einfach nur glücklich", sagte Möller am Mittwoch. Ausschlaggebend für den guten Ausgang der Sache war letztlich der Beruf Möllers. Einwanderungsminister Chris Evans machte geltend, dass Möller mit seinem Einsatz als Arzt einen wichtigen Dienst für die australische Gesellschaft leiste. In Horsham, einer Ortschaft im Staat Victoria, ist er als einziger Arzt für 54.000 Menschen zuständig.

Der Mediziner Arzt aus Bad Driburg bei Paderborn war 2005 nach Horsham ausgewandert, um den akuten Ärztemangel dort zu lindern. Er wollte sich mit seiner Familie dort jetzt gänzlich niederlassen. Der Antrag auf ein Dauervisum wurde aber zur Empörung der australischen Öffentlichkeit abgelehnt, weil Möllers 13 Jahre alter Sohn Lukas an dem Gendefekt leidet. Die Kosten für eine mögliche Pflege des Kindes könnten den australischen Steuerzahlern nicht zugemutet werden, hieß es. Auch Möllers Einspruch gegen den Bescheid wurde abgelehnt.

Ganz überraschend kommt die Entscheidung trotz aller Hindernisse nicht. Möller konnte bei seinen Bemühungen auf einflussreiche Unterstützer zählen. Der Ministerpräsident von Victoria, John Brumby, hatte sich ebenso hinter die Familie gestellt wie die Gesundheitsministerin Nicola Roxon. Auch das Krankenhaus, für das Möller arbeitet, konnte die Ablehnung der Behörden nicht nachvollziehen.

DPA/AP AP DPA

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