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Dresdner Zoo: Eifersüchtiges Pinguin-Pärchen tötet vier Artgenossen

Als es entdeckte, dass ein Pfleger das Ei aus ihrem Nest genommen hat, ist ein Pärchen Humboldtpinguine im Dresdner Zoo durchgedreht. Die enttäuschten Tiere töteten in einer Bruthöhle zunächst Küken und später die Eltern von weiteren Jungtieren.

Tödliche Attacke unter Pinguinen im Dresdner Zoo

Zwei junge Humboldtpinguine im Dresdner Zoo. Vier ihrer Artgenossen wurden Opfer einer tödlichen Attacke aus den eigenen Reihen.

Picture Alliance

Offenbar aus Eifersucht auf die erfolgreiche Brut eines anderen Pärchens haben zwei Pinguine im Dresdner Zoo zunächst zwei der Küken getötet. Später trieben sie auch die Eltern in den Tod. Das bestätigte am Donnerstag ein Sprecher des Zoos. Demnach hatten Pfleger bei einem Paar Humboldtpinguine das unbefruchtete Ei aus dem Nest genommen. Das fühlte sich dadurch scheinbar derart provoziert, dass es die beiden jungen und glücklichen Familien gewaltsam attackierte.

"Als mit dem Schlupf eines Kükens schon länger nicht mehr zu rechnen war, wurde das Ei aus dem Nest entfernt", hieß es vom Zoo. Es werde mit der Zeit faulig und damit auch zu einem Gesundheitsrisiko für alle Pinguine. Zwei andere Pärchen hatten bei ihrem Brutversuch mehr Glück - jeweils zwei Küken schlüpften aus den Eiern. Das missfiel dem kinderlosen Paar. Die Tiere drangen in eine der beiden Bruthöhlen ein und töteten die Jungtiere. Doch damit war der "Rachefeldzug" des Duos noch nicht zu Ende. Später griffen beide noch die Eltern der beiden verbliebenen Küken an. Die Alttiere überlebten die Attacken nicht. Vermutlich starben sie an stressbedingtem Herzversagen. Ihr Nachwuchs blieb glücklicherweise unverletzt und muss nun von den Tierpflegern mit der Hand aufgezogen werden.

Verhalten aus der freien Natur nicht unbekannt

Völlig unerwartet trafen die tödlichen Attacken den Zoo in der sächsischen Landeshauptstadt. "Ein vergleichbares Verhalten bei ausgewachsenen Pinguinen haben unsere Mitarbeiter trotz jahrelanger Erfahrung noch nicht beobachtet", heißt es. Bei anderen Pinguinarten seien derartige Verhaltensweisen in der freien Natur jedoch nicht unbekannt. Um Tragödien wie diese zu verhindern, sollen unbefruchtete Eier in Zukunft länger in den Nestern liegengelassen oder durch Kunsteier ersetzt werden.

Links steht ein Mann mit braunem Haar und Vollbart neben einem Elefanten, rechts ein grauhaariger Mann mit Brille
js / AFP
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