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Ice-Bucket-Challenge: Özdemir droht Ärger wegen Hanf-Video

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir stellte sich auf seiner Dachterrasse tapfer der Ice-Bucket-Challenge - mit einer Hanfpflanze im Hintergrund. Nun meldet sich der Bund Deutscher Kriminalbeamter.

Die Hanfpflanze stahl ihm die Show - oder war es Absicht? Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir hat die "Ice Bucket Challenge" für eine drogenpolitische Stellungnahme genutzt.

Nachdem im Internet über eine grünblättrige Pflanze spekuliert wurde, die in einem Video von Özdemirs Aktion zu sehen ist, bestätigte der Politiker am Mittwoch dem Online-Portal der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung": "Ja, es ist eine Hanfpflanze." Das Video sei als "sanftes, politisches Statement zu verstehen". Jeder Bürger über 18 solle selbst entscheiden dürfen, ob er Cannabis konsumieren wolle.

Özdemir hatte am vergangenen Freitag an der "Ice Bucket Challenge" teilgenommen. Bei der Aktion schütten sich Prominente und Normalbürger eisiges Wasser über den Kopf, um auf die Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam machen. Ursprünglich war die Idee, Geld an eine ALS-Organisation zu spenden oder die eisige Dusche zu nehmen. Inzwischen machen die meisten Teilnehmer beides.

"Die Rechtslage ist relativ eindeutig"

Der lockere Auftritt von Özdemir könnte nun aber ein juristisches Nachspiel haben. Nach Darstellung des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) verstößt der Politiker mit dem Besitz einer Hanfpflanze - aus der Haschisch und Marihuana gewonnen werden kann - gegen das Betäubungsmittelgesetz. Der BDK-Bundesvorsitzende André Schulz sprach von einer "leichten Dusseligkeit".

Offenbar habe Özdemir nicht bemerkt, dass auf dem Video eine Hanfpflanze stehe, und dann charmant versucht, es als Akt für die Drogenliberalisierung zu rechtfertigen. "Aber die Rechtslage ist relativ eindeutig", sagte Schulz.

In Deutschland ist der Anbau und Besitz von Hanf illegal. Erlaubt ist nur das Pflanzen von Nutzhanf - aber nur für Landwirte. Auch dafür ist jedoch eine Genehmigung erforderlich. Von Amts wegen müsste die Polizei ermitteln und auch dem Anfangsverdacht nachgehen, ob es sich um eine oder mehrere Pflanzen handelt. Die Grünen setzen sich für eine Legalisierung von Cannabis für Erwachsene ein. Auch der BDK plädiert für eine Liberalisierung und eine Entkriminalisierung von Konsumenten.

mia/nck/DPA/AFP / DPA
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