VG-Wort Pixel

Absturz des Superstars geht weiter Kanye West kann "White Lives Matter"-Shirts nicht verkaufen – weil sich zwei schwarze Männer die Markenrechte gesichert haben

Kanye West darf "White Lives Matter" T-Shirts nicht verkaufen, weil zwei schwarze Männer die Markenrechte besitzen
Kanye West 2020, damals war die Welt des Superstars noch nicht aus den Fugen geraten.
© Mhabille Sophie / ABACA / Picture Alliance
Kanye West braucht Geld. Deshalb will er nun "White Lives Matter" T-Shirts verkaufen. Zwei schwarze Männer stellen sich ihm nun in den Weg und kauften kurzerhand die Markenrechte an der rassistischen Parole.

Man stelle sich einmal vor, der erfolgreichste Rapper unserer Zeit leugne den Tod von George Floyd, obwohl dessen Ermordung durch einen Polizisten als Video um die Welt ging. Man stelle sich zudem vor, genau dieser Rapper wolle den Nationalen Notstand gegen Juden ausrufen. Eine Woche später erfährt man dann, dass exakt dieser Rapper plane, sein nächstes Album "Hitler" zu nennen. Nun ja, in dieser Realität sind wir dank Kanye West vor wenigen Tagen aufgewacht. Soweit so weird. Die gesamte Geschichte über den Aufstieg und Fall des Rappers Kanye West finden sie in diesem stern-Porträt.

"White Lives Matter": Wie zwei schwarze Männer eine rassistische Marke kauften

Eine Welt vorausgesetzt, in der all diese Dinge tatsächlich passiert sind – in einer solchen ist auch Platz für folgende Geschichte: Kanye Wests Knieschuss vom Milliardär zum Millionär begann vor gut einem Monat mit einem "White Lives Matter" T-Shirt, dass er als schwarzer Mann auf der Pariser Fashion-Week demonstrativ zur Schau stellte. "White Lives Matter" ist eine Parole der Rechten. Sie ist als Gegenbewegung zum Anti-Rassismus Slogan "Black Lives Matter" gemeint, die im Zuge von George Floyds Tod auf Polizeigewalt gegen schwarze Menschen aufmerksam machen soll. Aus Kanye Wests Sympathie gegenüber rechter Strömungen ist mit dem T-Shirt "White Lives Matter" längst eine Geschäftsidee erwachsen. Der Superstar braucht Geld, weil sich nahezu alle Geschäftspartner von ihm losgesagt haben. Besonders das Ende der Partnerschaft mit Adidas kostete den Rapper aus Chicago große Teile seines Vermögens. Also plante er, "White Lives Matter" T-Shirts zu verkaufen. Doch daraus wird wohl nichts, wie nun bekannt wurde.

Dass Kanye West seine "White Lives Matter" T-Shirts nicht verkaufen kann, liegt an zwei schwarzen Männern. Sie heißen Ramses Ja und Quinton Ward. Die beiden besitzen die Markenrechte an "White Lives Matter" und untersagen West nun den Verkauf seiner T-Shirts. Die zwei Radio-Moderatoren kauften die Markenrechte vor wenigen Tagen am 28. Oktober 2022, wie das "Rolling Stone"-Magazin nun berichtete. Dass der große Kanye West mit der Parole versuchen würde Geld zu verdienen, sahen die beiden kommen und handelten kurzerhand.

Ja und Ward sind Moderatoren einer Radio Show in Arizona, die über Rassismus aufklärt. In einem Interview mit Capital B sagten sie: "Wir wussten, dass das Gesetz so funktioniert: Entweder du kaufst eine rechte Parole, oder jeder kann damit Geld verdienen”. Sie hatten einer unbekannten Person die Parole "White Lives Matter" abgekauft. Dieser unbekannte Held hatte "White Lives Matter" wiederum 2020 gekauft, um zu verhindern, dass sich jemals jemand an dieser rechten Parole bereichern könne. Dass ausgerechnet Superstar Kanye West in diese Falle tappt, damit hätte damals wahrscheinlich niemand gerechnet.

Einst bewunderten sie Kanye West, heute kämpfen sie gegen ihn

Ob sie das Geld für die Anwälte aufbringen können, die nun sicherstellen sollen, dass die vielen Tausend bereits produzierten Shirts von Kanye West tatsächlich nie verkauft werden, das wissen die beiden noch nicht. Sollten sie die Markenrechte aber irgendwann einmal verkaufen, so werden sie den hohen Kaufpreis, den sie dafür fordern, an die NAACP Organisation spenden. Eine Organisation, die sich gegen Rassismus engagiere.

Moderator Ramses Ja, einer der Männer, die sich Kanye West nun in den Weg stellen, erzählte zudem, er befürchtete schon lange, dass der Rapper nach rechts abdriften würde. Er beobachtete über Jahre jeden Schritt seiner Radikalisierung mit Sorge, denn er selbst war einst ein großer Kanye West Fan gewesen. Er habe West bewundert, als dieser Anfang der 2000er groß wurde, seine Musik geliebt und ihn gefeiert als West live im Fernsehen gesagt hatte: "George Bush doesn't care about black people". Heute kämpft er gegen ihn und für schwarze Menschen.

Quellen:Rolling Stone Magazin, Capital B

Mehr zum Thema

Newsticker