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Karsamstag: Der Tag der Höllenfahrt

Nach der traditionellen christlichen Vorstellung war Karsamstag jener Tag, an dem Jesus nach seiner Kreuzigung in die Unterwelt hinabstieg. Dort befreite er die Seelen der Gerechten.

Eine armenische Buchmalerei aus dem Jahr 1267/68 zeigt Jesus in der Hölle

Eine armenische Buchmalerei aus dem Jahr 1267/68 zeigt Jesus in der Hölle

Auf die Kreuzigung Jesus, welcher am Karfreitag gedacht wird, folgt traditionell der Karsamstag - der Tag der Grabesruhe Christi, nachdem er sich geopfert hat um die Menschen von ihrer Schuld zu befreien. Vereinzelt wird der Tag auch als Karsonnabend oder stiller Samstag bezeichnet. Karsamstag ist also der Tag zwischen der Kreuzigung in Golgota und der Auferstehung.

Die Kirche gedenkt an jenem Tag mit Fasten und Gebeten. Die Feierlichkeiten für die Auferstehung beginnen bereits in den späten Abendstunden des Karsamstags, traditionell gehört die Osternacht jedoch schon zur Liturgie des Ostersonntags. Doch was geschah mit der Seele Jesus als er im Grab des Josef von Arimathäa beigesetzt wurde?

Der Tag vor der Auferstehung

Nach christlichem Glauben soll Jesus in jener Nacht in die Unterwelt hinabgestiegen sein, um dort die Seelen der Gerechten seit Adam zu befreien. In der katholischen Theologie ist die Rede vom "Limbus", einem Ort am Rande der Hölle. Dort sollen sich Seelen aufhalten die nicht in den Himmel gekommen sind - jedoch ohne eigenes Verschulden.

Laut Matthäus 27,62-66 wurde Pontius Pilatus, der Stadthalter welcher Jesus zum Tode verurteilte, gebeten, Wachen an der Grabstätte zu postieren, damit der Leichnam Jesus nicht von seinen Jüngern entfernt werde. Doch die Römischen Wachsoldaten konnten die Auferstehung nicht verhindern - am nächsten Tag, dem Ostersonntag, wurde das Grab leer vorgefunden.

amt
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