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Trump-Impeachment Wie "Kreuzigung von Jesus" und "Angriff auf Pearl Harbor": Die skurrilsten Vergleiche der Republikaner

Barry Loudermilk, republikanischer Kongressabgeordneter, verglich das Impeachment-Verfahren mit der Prozess gegen Jesus
Barry Loudermilk, republikanischer Kongressabgeordneter, verglich das Impeachment-Verfahren mit der Prozess gegen Jesus
© DPA
Das US-Repräsentantenhaus hat in einem historischen Votum ein Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump beschlossen. Vor der Abstimmung gaben die Republikaner noch mal alles, um ihren Präsidenten zu verteidigen – und ließen sich zu denkwürdigen Vergleichen hinreißen. 

Donald Trump ist am Mittwoch in die Geschichte eingegangen: als dritter Präsident der Vereinigten Staaten, der sich einem Impeachment-Verfahren stellen muss. Die von den Demokraten kontrollierte Kongresskammer votierte wie erwartet mit klarer Mehrheit für die Anklageerhebung gegen den Präsidenten. Der Entscheidung ging eine leidenschaftliche Debatte voran. Dabei scheuten sich die Republikaner nicht, für ihren Präsidenten in die Bresche zu springen. Einige Abgeordnete griffen dabei auf besonders skurrile Vergleiche zurück.

Kreuzigung von Jesus 

Zunächst sorgte der Republikaner Barry Loudermilk für staunende Gesichter. Er verglich das Impeachment-Verfahren gegen Trump mit dem Prozess gegen Jusus. "Pontius Pilatus hat Jesus mehr Rechte eingeräumt als die Demokraten diesem Präsidenten und diesem Prozess", sagte er. "Als Jesus fälschlicherweise des Verrats beschuldigt wurde, gab Pontius Pilatus Jesus die Gelegenheit, sich seinen Anklägern zu stellen", erklärte Loudermilk und unterstellte somit den Demokraten, genau dies nicht getan zu haben. Dass der US-Justizausschuss Trump und seine Anwälte zu einer Anhörung eingeladen hatten, scheint er vergessen zu haben. Der Präsident hatte jedoch diese Einladung ausgeschlagen.

Angriff auf Pearl Habor

Ein anderer Republikaner verglich das Impeachment-Verfahren mit einer historischen Tragödie, die bis heute in der US-amerikanischen Gesellschaft ein Trauma ist. Der Kongressabgeordnete Mike Kelly aus Pennsylvania wies darauf hin, dass der Angriff auf Pearl Harbor im Jahr 1941 im Dezember erfolgt war. Damals habe Präsident Roosevelt auf einer Kongresssitzung erklärt, dies sei ein "Tag, der in Schande fortleben wird". "Der heutige Tag, der 18. Dezember 2019, ist ein weiteres Datum, das in Schande fortleben wird", behauptete Kelly. "Und dass nur, weil sie den Präsidenten hassen [...] und keinen anderen Weg gefunden haben, zu verhindern, dass er wiedergewählt wird, außer ihn abzusetzen."

Der japanische Angriff auf den US-Marinestützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii kostete 2400 Amerikanern das Leben und zog den Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg nach sich. 

Hexenprozesse von Salem

Trump selbst verglich das Verfahren gegen ihn seit jeher mit einer "Hexenjagd". Mehrere Abgeordnete griffen diesen Begriff während der Debatte am Mittwoch auf. Die Bürgermeisterin von Salem, wo vor 300 Jahren die berüchtigten Hexenprozesse stattfanden, meldete sich bereits im Vorfeld zu Wort und stellte klar: "Diese Situation ist eine ganz andere als die der Opfer der Hexenprozesse, die aufgrund von gefälschten Beweisen verurteilt und anschließend brutal erhängt oder zerquetscht wurden", schrieb Kim Driscoll auf Twitter. 

In den Jahren 1692 und 1693 wurden 20 Menschen hingerichtet, weil sie angeblich Hexerei praktiziert haben. Die Hexenprozesse hätten gar nicht mit dem "im Fernsehen übertragenem Impeachment-Verfahren zu tun", so Driscoll.

ivi

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