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Ludwigshafen: Brandkatastrophe bleibt ungeklärt

Die Brandkatastrophe von Ludwigshafen mit neun Todesopfern wird wohl nie aufgeklärt: Nach monatelanger Arbeit hat die Staatsanwaltschaft Frankenthal ihre Ermittlungen eingestellt. Über die Ursache des Feuers können die Beamten lediglich Spekulationen anbieten.

Die Ursache der Brandkatastrophe von Ludwigshafen, die neun Menschen das leben kostete, bleibt ein Rätsel. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hat ihre Ermittlungen nach eigenen Angaben eingestellt, weil keine weiteren Ansätze vorliegen. Deutlich geworden sei lediglich, dass der Brand am Fuß der hölzernen Kellertreppe durch "eine bislang unbekannte, eng begrenzte Wärmequelle" ausgelöst worden sei.

Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Lothar Liebig erklärte, entstand zunächst ein Schwelbrand, der nach maximal drei Stunden zu einem offenen Feuer wurde, als in der Kellertür eine Öffnung entstand und so Sauerstoff in den Keller strömte. Da das Treppenhaus in dem ausschließlich von Türken bewohnten Mehrfamilienhaus wie ein Kamin wirkte, konnte sich das Feuer schnell nach oben ausbreiten. Zudem wurde den Bewohnern der einzige Fluchtweg abgeschnitten.

Die Staatsanwaltschaft schloss als Brandursache erneut einen technischen Defekt, etwa durch Überlastung des Stromnetzes, aus. Auch sei eine vorsätzliche Brandstiftung oder gar ein Brandanschlag mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen. Als Ursache müsse vielmehr ein bisher nicht geklärtes fahrlässiges Verhalten angenommen werden. Staatsanwaltschaft und Polizei hatten nach dem Brand am 3. Februar mehr als 200 Spuren ausgewertet und 120 Zeugen vernommen.

Der Fall hatte kontroverse Diskussionen ausgelöst, da schnell über ein fremdenfeindliches Motiv spekuliert worden war. Vor allem in der Türkei hatte der Brand tagelang die Titelseiten der Boulevard-Presse beherrscht.

AP / AP